Die 9 häufigsten Tragefehler

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Mutter mit Baby in Tragetuch

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Nach ca. 10 Tagen im Wochenbett und nach dem Verheilen meines Dammschnitts, traute ich mich endlich die Trage, die mir meine Schwester schenkte, auszuprobieren.

Nachdem ich die Anleitung ausgiebig studiert hatte, fühlte ich mich sicher genug, meinen Schatz, natürlich über dem Bett, in die Manduca einzuschnallen.

Ich machte alles nach bestem Wissen und Gewissen und war der Meinung, alles richtig zu machen. Die Anleitung und einige YouTube Videos hatte ich mir ja angeschaut.

Was sollte da schon schief gehen?

So richtig schief ging auch nichts, Gott Sei Dank, aber richtig getragen hatte ich meinem kleinen Wonneproppen dennoch nicht.

Das Kind saß viel zu tief und viel zu locker.

Erst als ich wenige Wochen später meine erste Kangatrainings-Stunde hatte, übrigens ein sehr empfehlenswerter Kurs für Mütter zur unterstützung der Rückbildung mit Kind in der Trage, wurde mir klar, was ich alles falsch gemacht hatte.

Die Leiterin des Kurses, Susanne, hatte eine Ausbildung zur Trageberaterin absolviert und sehr viel Erfahrung mit all den vielen Tragemodellen und Bindeweisen, die es gibt auf der Welt. Sie selbst brachte zum Kurs ca. 15 verschiedene Tragemodelle mit, da nicht alle Mütter eine eigene Trage besaßen und sich somit eine ausleihen konnten.

Zum Kurs gehörte somit auch eine Trageberatung. Susanne überprüfte vor dem Training jede einzelne Trage und jedes Tragetuch auf die korrekte Trageweise.

Bei mir zog sie die Trage so fest, dass ich erstmal nach Luft rang.

Außerdem rückte sie den Hüftgurt Richtung Taille, so dass mein Schatz kurz unter meinem Kinn in Kussweite saß.

Ich dachte anfangs immer, ein Hüftgurt hat auf der Hüfte zu sitzen. Pustekuchen! Ich trage ihn selbst heute mit meinem 12 kg Kleinkind noch immer nicht auf der Hüfte, weil er so viel zu tief sitzen würde.

Was ich dort gelernt habe und nie wieder vergessen werde ist, dass ein Kind hoch und fest getragen werden muss.

Was ich darüber hinaus noch gelernt habe und welche Tragefehler es sonst noch so gibt, will ich Dir gerne mitgeben, damit Du nicht die gleichen Fehler machst, wie ich damals. 

Wenn Du Dein Kind mit einer Trage oder einem Tragetuch tragen willst, was ich Dir auf jeden Fall ans Herz lege, dann suche Dir in jedem Fall eine Trageberaterin.

Auch ich dachte, ich kann mir alles aus der Anleitung und dem Internet zusammensuchen, aber manchmal kann eine echte Beratung einfach nicht durch eine virtuelle ersetzt werden. 

Ach so, etwas ging doch schief! Ich hatte vor der richtigen Trageberatung wochenlang Schulter- und teilweise Rückenschmerzen.

Erst aufgrund der korrekten Trageweise sind diese verschwunden und bis heute trotz 12 kg Kind und Bauchtrage, nicht wiedergekommen.

Ich hatte nie wieder Beschwerden beim Tragen auch wenn ich wie ein Packesel mit Kind vorn und Einkäufe im Rucksack auf dem Rücken durch die Stadt zog.

Im Folgenden will ich Dir die häufigsten Tragefehler näher bringen, die mir im Alltag und im Internet begegnen und die auch ich teilweise falsch gemacht habe.

Falls Du Feedback hast oder weitere Tragefehler kennst, lass es mich unten in den Kommentaren wissen!

1 Das Kind sitzt zu tief

Nicht nur ich habe mein Kind zu tief getragen, ich sehen leider sehr häufig viele andere Mütter, die den gleichen Fehler machen. Ich habe oft überlegt, die Frauen darauf anzusprechen, aber mich nie getraut. Ob das richtig war, weiß ich leider nicht.

Bei der Sitzhöhe des Kindes spielt der Schwerpunkt eine Rolle. Für den Tragenden hat die korrekte Höhe Einfluss auf die eigene Haltung und in Folge auf evtl. Rückenschmerzen.

Bei einer Tragehilfe, wie der Manduca, Sitzt das Gewicht des Kindes auf dem Hüftgurt und nicht auf den Schultern.

Trägt man nun das Kind zu tief, so verlagert sich das ganze Gewicht auf die Schultern und führt, wie bei mir, zu Schulterschmerzen.

Bei einem Tragetuch liegt das Gewicht von vornherein mehr auf den Schultern, da es keinen stützenden Hüftgurt gibt. Gerade hier ist die Tragehöhe wichtig für den eigenen Schwerpunkt.

Das Köpfchen des Kindes sollte immer so nah am Kinn der Mutter liegen, dass sie es einfach küssen kann, ohne sich weit herunter beugen zu müssen.

Ich habe mir als Anhaltspunkt immer mein Kinn genommen. Das Köpfchen des Baby sollte kurz unter dem eigenen Kinn sitzen. 

Merke: Wenn die Babys größer werden, so wandert der Hüftgurt oder der Knoten beim Tragetuch immer weiter nach unten, nicht aber das Köpfchen des Kindes.

2 Die Trage sitzt nicht fest genug

Ob eine Trage fest genug sitzt, ist ein Punkt, der sich aus der Ferne nur schlecht kontrollieren lässt. Deshalb rate ich Dir besonders in diesem Fall zu einer vor Ort Trageberatung

Zwischen Dir und dem Bauch des Kindes darf kein Abstand sein. Wenn Du Dich nach vorn beugst, darf sich das Kind keinen Zentimeter von Dir wegbewegen.

Wenn Du das Gefühl hast, das Kind ist an Dir “angeklebt” und es ein Teil von Dir, hast Du die Trage richtig angelegt bzw. das Tuch gut gebunden.

Das straffe Binden stützt den Kopf, Nacken und Rücken optimal.

Wichtig hierbei ist, dass der Rücken gerundet bleibt und nicht platt gedrückt wird. Der gerundete Rücken entspricht in den ersten Lebensmonaten der natürlichen Form der Wirbelsäule.

Oft sehe ich Frauen, die immernoch das Gefühl haben, das Baby in der Tragen mit Ihren Händen festhalten zu müssen. Sie haben permanent eine Hand am Rücken des Babys. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass die Trage oder das Tuch nicht fest genug ist.

Ist ein Tuch richtig gebunden, kann man sich damit frei bewegen und seinen Tätigkeiten nachgehen, ohne Angst zu haben, das Kind würde herausrutschen. 

Willst Du wissen, welche Vorteile das Tragen auf die Gehirnentwicklung Deines Babys hat, dann lies meinen Artikel 10 Voraussetzungen für kluge und glückliche Kinder.

3 Der Steg ist falsch eingestellt

Ein sehr wichtiger Punkt beim Tragen eines Babys ist die Anhock-Spreiz-Haltung, auch M-Haltung genannt.

Mit dieser Haltung ist eine Spreizung der Beinchen mit max. 90° Grad von Schenkel zu Schenkel und eine hohe Anhockung von etwa 110° (Knie auf kindl. Nabelhöhe, Gesäß ist der tiefste Punkt) gemeint.

Die M-Haltung ist die natürliche Haltung unseres Tragelings und wird von Babys und Kleinkindern automatisch beim Hochheben eingenommen.

Sowohl beim Tragetuch als auch bei der Tragehilfe sollte der Steg von Kniekehle zu Kniekehle reichen. Nur so kann die optimale Rückenwölbung und die Anhock-Spreiz-Haltung gewährleistet werden.

Der Vorteil beim Tuch ist, dass Du selbst durch das korrekte Binden, den Steg formen kannst.

Bei Tragehilfen ist die Situation vom Typ der Trage abhängig. Es ist darauf zu achten, dass es entweder eine Trage mit einem einstellbaren Steg ist (siehe Manduca XT) oder dass Du selbst den Steg z.B. mit Hilfe eines Mulltuchs verkleinerst.

Du solltest auch von Zeit zu Zeit den Steg und den Abstand zwischen den beiden Kniekehlen Deines Kindes überprüfen und nachjustieren. Bei Babys ab ca. fünf Monaten wird dieser Aspekt dann immer weniger wichtig. 

4 Die Trage passt nicht zu Alter und Größe des Kindes

Es gibt Tragehilfen, die nicht mitwachsend sind. Diese sind jeweils für einen bestimmten Größenbereich des Kindes ausgelegt. 

Wächst das Baby über diesen Bereich hinaus, so ist eine neue Trage fällig,

Tragehilfen, die zu klein oder zu groß sind, können das Tragen für Mutter und Kind auf Dauer unangenehm machen und zu Rückenschmerzen oder Fehlhaltungen führen.

Aber auch generell kann es passieren, dass die ausgewählte Trage nicht für Mutter und Kind geeignet ist, unbequem ist, zu klein oder zu kompliziert ist.

Daher empfehle ich auch hier eine Trageberatung, da Trageberaterinnen meist über einen etwas größeren Fundus an Tragen verfügen und man die ein oder andere Tragehilfe ausprobieren kann.

Bei Tragetüchern ist oft der Fall, dass das Tragen mit Zunahme an Gewicht und Größe des Babys nicht mehr so komfortabel ist.

Dein Kind wird schwerer und durch die fehlende Polsterung, drückt das Gewicht auf die Schultern. Tragetücher sind daher vor allem für Neugeborene und in den ersten Lebensmonaten sehr gut geeignet.

Oft lohnt es sich aber, vor allem bei großen und schweren Kindern, nach einiger Zeit auf eine Komfortragehilfe umzusteigen. 

Tragehilfen mit Hüftgurt entlasten die Schultern am Besten.

5 Die Tragetechnik passt nicht zu Mutter und Kind

Nicht jedes Kind fühlt sich in jeder Tragehilfe oder in jedem Tragetuch gleich wohl. Manche mögen die Flexibilität des Tuchs, aberere brauchen die Festigkeit einer Tragehilfe, um zu entspannen.

Manche Kinder wollen auch besonders fest gebunden werden und einfach nur an Mama gekuschelt schlafen, andere wiederum brauchen eine gute Rundumsicht und viel Bewegungsfreiheit, was eher beim Tragen auf dem Rücken möglich wird..

Die Schwierigkeit für Mama und Kind liegt nun darin, herauszufinden, was für beide am Besten passt.

Bei einer Trageberatung hast Du die Möglichkeit verschiedene Tragesysteme auszuprobieren ohne selbst viel Geld in die verschiedenen Tücher und Tragehilfen zu investieren

Wenn Du noch nicht weißt, ob ein Tuch oder eine Tragehile das Richtige für Euch ist, kannst Du beides probieren und Dich über die Vor- und Nachteile aufklären lassen. 

Auch kann Dir die Trageberaterin verschiedene Bindetechniken zeigen. Beispielsweise auch Spezialfälle, wie das Tragen in der Schwangerschaft oder das Tragen zweier Kinder.

Willst Du Dir keine Trageberatung leisten, so kannst Du Dir verschiedene Bindetechnicken von Tüchern im Internet oder bei YouTube anschauen oder verschiedene Tragehilfen (Mei Tai, Halfbuckle, Fullbuckle, …) ansehen und probieren was für Euch besser passt. 

In jedem Fall lohnt es sich, bei Problemen entweder die Trage oder einfach die Wickeltechnik zu ändern. 

6 Das Kind wird nach vorn getragen

Ein absolutes No-Go und eine leider immer noch vielfach gezeigte Tragevariante ist das nach vorn gerichtete Tragen eines Babys. Mehr kann man eigentlich gar nicht falsch machen.

Durch das Tragen nach vorn ist weder eine korrekte Anhock-Spreiz-Haltung möglich, noch kann der Rücken gerundet werden, sondern landet im Hohlkreuz.

Darüber hinaus kommt kein Blickkontakt und keine Kommunikation zwischen Mutter (Vater, Träger) und Kind zu stande.

Das Baby ist nicht in der Lage sich an Mamas Brust zu kuscheln, sondern ist seiner Umwelt komplett ausgeliefert. Dann würde ich doch lieber den Kinderwagen vorziehen.

Es wurde in Studien erforscht, dass das nach vorn-Blicken durch die vielen Umweltreize, deren sich das Baby nicht entziehen kann, schädlich für ein Kind unter zwei Jahren ist, ebenso wie Buggies, in denen das Baby nur in Fahrtrichtung sitzen kann.

Leider gibt es bekannte Hersteller von Tragehilfen, die genau mit diesem Punkt werben. Diese Hersteller zählen viele Vorteile auf. Und sicher schadet das nach vorn-Tragen nicht jeden Kind gleichermaßen.

Aber oft sind den Eltern die Nachteile beim Kauf nicht bewusst, da diese nicht ausreichend dargelegt werden.

Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, ein Kind in einer Trage mit Blichrichtung nach vorn zu tragen.

Ich selbst sehe aber zum Glück hier in Deutschland im Alltag wenig Eltern, die Ihr Kind nach vorn gerichtet tragen und hoffe, dass sich diese Trageweise nicht weiter durchsetzt.

Weitere Informationen zum Tragen nach vorn, vor allem auch in Bezug auf die Anatonie, findest Du hier.

Willst Du wissen, was Tragetücher mit Zero Waste zu tun haben, dann schau doch hier mal rein: Zero Waste Baby.

7 Das Kind ist falsch angezogen

Wie ziehe ich mein Kind in der Trage an? Kein einfaches Thema, da es von verschiedenen Bedingungen abhängt. z.B.

  • Art der Trage
  • Trägst Du auf Bauch oder auf dem Rücken
  • Unter oder über der Jacke
  • Sommer oder Winter

Das ist wohl auch der Grund, warum sich viele Eltern damit so schwer tun. Oft wird unterschätzt, wie warm die Babys bei Mama oder gerade bei Papa im Tragetuch stecken und dass das Tragetuch und die Tragehilfe ja auch noch eine Schicht bilden.

Der häufigste Fehler ist wohl daher, dass das Kind zu warm angezogen wird. Gerade im Winter, wenn Du z.B. noch eine Jacke mit einer Jackenerweiterung wie der Kumja drüber hast, braucht Dein Kind KEINE extra Wintersachen in der Trage.

Unter der Jacke ist das Kleine bei Mama schön warm eingepackt. Der Wärmeeffekt zwischen Mutter und Kind ist nicht zu unterschätzen. 

Als Faustregel gilt in diesem Fall: Anzahl Schichten vom Träger (ohne Jacke) + eine zusätzlich ergibt die Anzahl von Schichten fürs Kind. 

Mein Sohn (sitzt hier etwas zu tief) hat einen Langarm Body, Pulli und Mütze an. Außerdem eine Strumpfhose, Hose und dicke Socken drüber. Ich bin langärmlich und trage noch eine Strickjacke drüber, die um das Kind reicht und eine Jacke mit Winterkumja.

Hast Du z.B. als Mutter ein Langarmshirt an, so bekommt Dein Baby also einen Langarmbody +  einen (dünnen) Pullover drüber.

Der Griff in den Nacken des Kindes zeigt, ob Dein Schatz schwitzt oder friert.

Trägst Du Dein Kind auf dem Rücken, muss es dicker eingepackt werden, da auf dem Rücken der Wärmeeffekt durch den Träger nicht in dem Maße gegeben ist wie auf dem Bauch.

Trägst Du Dein Kind auf der Jacke, muss es ebenfalls dick und für die Temperaturen draußen gekleidet werden, da auch hier der Träger das Kind nicht wärmen kann und des den Temperaturen ausgesetzt ist.

8 Die Grundbedürfnisse sind nicht erfüllt

Fühlt sich Dein Kind sich so gar nicht wohl in der Trage, kann das viele der bereits genannten Ursachen haben. Darüber hinaus, muss es aber gar nichts mit der Trage oder Bindetechnik zu tun haben. 

Neben der oben schon genannten falschen Kleidung und dem damit verbundenen Schwitzen oder Frieren, kann es auch einfach daran liegen, dass Dein Kind eine volle Windel oder ein dringendes Bedürfnis hat

Deshalb solltest Du Dein Kind vor dem Tragen, und generell vor dem Hinausgehen, je nach Alter und Vorliebe noch einmal abhalten, auf den Topf setzen oder die Windel wechseln.

Auch Hunger oder Müdigkeit können Gründe sein, dass Dein Schatz jetzt gerade nicht in die Trage will.

Bei Müdigkeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Protest nur so lange geht, bis die Tür hinter mir zufällt, danach döste mein Sohn immer friedlich in der Trage.

Hunger ist bekanntlich einfach abzustellen. Daher solltest Du Dein Baby vor dem Tragen noch einmal stillen oder etwas zu Essen anbieten.

Ich habe auch von Kindern gehört, die nicht getragen werden wollen, was ich mir so überhaupt nicht vorstellen kann, aber Ausnahmen gibt es wohl immer. 😉

9 Das Kind wird zu früh auf dem Rücken getragen

Ab wann Du Dein Kind auf dem Rücken tragen solltest, ist gar nicht so einfach zu benennen. Denn hier gibt es weltweit große Unterschiede. In den Trageländern wie in Afrika, Südamerika oder Indien, wird schon sehr früh kurz nach der Geburt damit begonnen Kinder auf dem Rücken zu tragen.

Der Grund für das frühe Tragen ist zumeist die körperlich anstrengende Arbeit, die oft schon kurz nach der Geburt wieder ausgeführt wird. Das Kind muss dann einfach mit und stört auf dem Rücken am wenigsten.

In westlichen Ländern ist das Rückentragen eher ab dem Kleinkindalter zu beobachten, wenn das Kind für das Bauchtragen zu schwer wird.

Fakt ist, dass das Tragen auf dem Rücken nicht die optimale Anhock-Spreiz-Haltung ermöglicht. Darüber hinaus gelangt der Rücken des Kindes eher ins Hohlkreuz, was im Dauerzustand zu Folgeschäden führen kann. 

Can Cau, Bac Ha, Vietnam: Eine Flower-Hmong-Stammfrau, die ihr Baby auf dem Rücken trägt.

Da ist auch das Zauberwort: Dauerzustand.

Die Menge macht auch hier das Gift. Kurzes Tragen eines Babys auf dem Rücken muss also nicht schädlich sein. Wichtig ist jedoch zu beachten, dass das Kind seinen Kopf bereits eigenmächtig halten kann.

Nur so ist die Rücken-/Nackenmuskulatur schon entsprechend ausgebildet, um auf dem Rücken einen guten Halt zu haben.

Es wird außerdem empfohlen das Kind erst auf dem Rücken zu tragen, wenn es bereits sitzen kann.

Diese pauschalen Aussagen kann man zumindest als Richtschnur verwenden. Darüber hinaus ist der Zeitpunkt, ab wann das Kind auf den Rücken kann, auch von der Trage abhängig. Hier gibt es Unterschiede zwischen Tragetuch und Tragehilfe und auch innerhalb der Komforttragen.

Bei der Manduca z.B. wird empfohlen bis zum 7. Monat oder bis das Kind selbstständig sicher sitzen kann zu warten. Mit einem Tragetuch ist es eher möglich Dein Kind auf dem Rücken zu tragen, da das flexible Tuch die natürliche Haltung des Kindes besser fördert.

Um auf Nummer sicher zu gehen, ist auch hier der Weg zur Trageberaterin das Beste was Du tun kannst. 

Neben den anatomischen Bedenken, ist beim Rückentragen auch zu beachten, dass sich das Kind nicht so gut von der Außenwelt abschotten kann, wie auf dem Bauch. Hier kann es sich nicht an Mamas Brust einkuscheln, wenn zu viele Eindrücke auf Deinen Schatz einprasseln. 

Zu guter Letzt ist auch das Thema Sicherheit relevant. Ein Baby auf dem Rücken ist aus dem Sichtfeld des Trägers und damit potentiell gefährdeter als auf dem Bauch getragen.

Beim Rückentragen lohnt es sich also lieber etwas länger zu warten.

Im Vergleich zu den Völkern aus Afrika fehlt uns westlichen Nationen einfach die jahrhundertelange Trage-Erfahrung und daher sollten wir auf Nummer sicher gehen 😉

Außerdem: Was tun bei schmerzenden Schultern?

Ich hatte am Anfang meiner Tragerfahrung stark mit Rücken- und Schulterschmerzen zu kämpfen. Meine Recherche im Internet brachte damals keine wirkliche Abhilfe. Erst nachdem ich die Trageberatung hatte, ging es langsam besser.

Daher möchte ich Dir hier nochmal zusammenfassen, welche Probleme diese Schmerzen verursachen können:

  • Der Hüftgurt sitzt zu tief
  • Der Hüftgurt ist nicht fest genug (vor allem Halfbuckle, Fullbuckle)
  • Das Kind sitzt nicht eng genug am Körper 
  • Das Kind sitzt zu tief und nicht knapp unter dem Kinn
  • Das Kind ist zu schwer für das Tragetuch / die Trage

Mein Fazit

Das Tragen eines Neugeborenen ist bis zum Kleinkindalter schmerzfrei möglich, wenn man sich etwas mit der Anatomie des Kindes und den verschiedenen Tragesystemen beschäftigt.

Hat man dafür selbst keine Zeit, lohnt es sich auf jeden Fall, ich weiß, ich wiederhole mich, eine Trageberatung aufzusuchen.

Das Tragen des eigenen Kindes ist eine wundervolle innige Erfahrung und sollte daher nicht an einer falschen Trageweise oder Bindeweise scheitern.

Ich trage mein Kind mit anderthalb Jahren immer noch, meistens sogar noch vor dem Bauch. Wir beide genießen diese Zeit sehr, vor allem, da sie immer seltener wird.

Sobald die Kleinen Laufen können und dann auch mit Laufrad oder Dreirad unterwegs sind, tritt das Tragen sowieso viel zu schnell in den Hintergrund.

Hast Du Anmerkungen oder Erfahrungen, die Du teilen willst? Dann nutze die Kommentarfunktion unten. Ich bin gespannt auf Deine Trage-Geschichte!

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