10 Voraussetzungen für intelligentere Kinder

NancyMama und Baby, Schwangerschaft4 Kommentare

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Du bist schwanger? Oder hast Du einen Kinderwunsch? Machst Du Dir Gedanken, was Du tun kannst, damit Dein Baby von Anfang an die besten Voraussetzungen hat, um ein glückliches und kluges Kind zu werden.

Dann vergiss die Mozart CDs und den Englisch-Kurs!

In diesem Blogbeitrag erfährst Du die wirklich wichtigen Dinge, die Dein Baby in den ersten Monaten benötigt, um sich optimal zu entwickeln.

Viele Eltern wünschen sich, dass Ihr kleiner Schatz ein schlaues und Baby ist, dass er als Schüler gute Noten mit nach Hause bringt, studiert und einen gut bezahlten Job bekommt.

Da Du gerade diesen Beitrag liest, geht es Dir sicher ähnlich.

Diese Wünsche sind nur all zu verständlich, da bei deren Erfüllung die Chancen steigen, dass der eigene Nachwuchs von den Eltern unabhängig wird und sich selbst gut versorgen kann.

Langfristig verschwinden so finanzielle Sorgen und Ängste um die Zukunft von den Schultern der Eltern.

Aber was macht Intelligenz aus und welche Schalter muss ich beim Baby drücken, dass es das größere Stück vom Kuchen abbekommt?


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Was ist eigentlich Intelligenz?

Was ist eigentlich Intelligenz und wie ist sie messbar? Da es zu diesem Thema weitreichende gut recherchierte Publikationen gibt, beschränke ich mich hier gern auf das Wesentliche.

Definition

In·tel·li·genz
/Intelligénz/
Substantiv, feminin [die]
1. [ohne Plural] Fähigkeit [des Menschen], abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten „ein Mensch von großer, überragender Intelligenz“ […]

„Intelligenz“ auf Duden online. URL: https://www.duden.de/node/651940/revisions/1975818/view (Abrufdatum: 25.11.2018)

Der Begriff „Intelligenz“ fasst die facettenreichen kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zusammen. Trotz der vielen Theorien, die über die Intelligenz des Menschen und deren Messbarkeit existieren, lässt sich leider keine allgemeingültige Definition festlegen [1].

Jedoch kann die komplexe menschliche Intelligenz in verschiedene Bereiche unterteilt werden. Als Grundlage gelten zwei wesentliche Aspekte: Gedächtnis und Improvisation (vgl. [2], S. 113).

Das Gedächtnis bezeichnet die Fähigkeit, sich Informationen merken zu können. Die Improvisation bezeichnet, wie gut diese Informationen abgerufen und neu kombiniert werden können (vgl. [2], S. 113).

Schon zu Urzeiten hattest Du bessere Überlebenschancen, wenn Du Dir aus dem letzten Jahr die besten Stellen für Früchte oder Pilze gemerkt hast. Aus dem Tod Deiner Kameraden hast Du Dir die Folgen des Verzehrs mit den Eigenschaften der Früchte kombiniert und dadurch, die giftigen aussortiert… Survival of the fittest.

Neben den beiden genannten Grundlagen sind die folgenden Punkte weitere Zutaten zu einem intelligenten Menschen, die schon bei Neugeborenen beobachtet werden können (vgl. [2], S. 114):

  • Drang, Dinge zu erforschen
  • Selbstkontrolle
  • Kreativität
  • verbale Kommunikation
  • Entschlüsselung nonverbaler Kommunikation

Die Herausforderung im Zusammenhang mit der menschlichen Intelligenz ist es, diese, um sie vergleichen zu können, messbar zu machen.

Messbarkeit

Wenn Du an die Messbarkeit von Intelligenz denkst, fällt Dir sicher zuerst der IQ-Test ein. Der Wunsch, die Intelligenz messbar zumachen, existiert schon sehr lange. Erste solche brauchbaren „IQ“-Tests gab es schon Anfang des 20. Jahrhunderts [3].

Ist Intelligenz messbar?
Messbarkeit von Intelligenz (Quelle Pixabay)

Es wird dabei aber schnell vergessen, dass die Intelligenz an sich nicht messbar ist, und jeder Test zum Einen nur einen Ausschnitt testen kann und zum Anderen immer auch andere Faktoren, wie Tageszeit, Allgemeinzustand des Getesteten, usw., den Test beeinflussen.

Intelligenztest können, genau genommen, die meisten erwähnten Aspekte der Intelligenz nicht messen. Ein Versteifen auf eine einzelne Zahl, die Dein Kind erreichen soll, oder muss, ist daher absolut nicht empfehlenswert!

Dein Kind ist wundervoll und einzigartig, keine Zahl kann das ausdrücken!

Da ca. 50 % der Intelligenz vererbt sind, haben seine Umwelt, seine Ernährung, usw. Einfluss auf die anderen 50%. Wenn Du also die folgenden Punkte beherzigst, dann kannst Du Deinem Schatz den besten Start ins Leben schenken!

Übrigens beginnt das schon in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft

1 Richtiges Essen

Fun Fact: Der IQ eines Babys steigt mit dem Geburtsgewicht, bis ca. 3600 g (danach nicht mehr signifikant) (vgl. [2], S. 52). Das heißt, wenn Du schwanger bist, ist es wichtig, auf eine gute Ernährung zu achten. Sowohl qualitativ als auch quantitativ !

Halt! Stopp!

Wenn Du Dich jetzt auf Schokolade und Chips stürzen willst, lass es lieber. Eine gesunde Ernährung ist die Voraussetzung für gesunde Kinder… trotz all der Schokogelüste, die Du vielleicht in der Schwangerschaft hast.

Schwangere Frau
Schwangere Frau (Quelle Pixabay)

Falls Du viele Gelüste hast, dann denk mal genauer darüber nach, was die Ursache sein kann. Gelüste können z.B. ein Zeichen für einen Mangel an bestimmten Nährstoffen, wie Eisen oder Magnesium sein. Ob Du einen Mangel hast, kannst Du bei Deinem Frauenarzt bestimmen lassen.

Für die Intelligenz Deines Kindes sind schon im Bauch verschiedene Nährstoffe ausschlaggebend. Beispielsweise trägt neben genügend Folsäure auch ein gesundes Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettäuren nachweislich zur Gehirnentwicklung des Kindes bei (vgl. [2], S.56).

Geeignete Lebensmittel sind hierfür: Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Rapsöl, Chia-Samen. Auch Fisch ist ein guter Omega-3 Lieferant, jedoch ist hier oft die Schadstoffbelastung relativ hoch, von der Überfischung der Meere ganz zu schweigen.

Nach meiner Erfahrung ist es von Vorteil, wenn Du während und nach der Schwangerschaft darauf achtest, genügend Obst und Gemüse zu Dir zu nehmen und den Verzehr von Fleisch, Wurst und verarbeiteten Lebensmitteln, ja, dazu gehört auch Schokolade, reduzierst.

Gerade in der Schwangerschaft und in der Stillzeit, Situationen in denen der Körper der Frau unglaubliches leistet, ist es wichtig Mutter und Kind  ausreichend mit den wichtigsten Nährstoffen zu versorgen. Ich selbst habe mich in meiner Schwangerschaft zu 80 % vegan ernährt und habe mich dabei sehr gut gefühlt.

2 Genug Bewegung

Sport reduziert Stress und Stress schädigt die Gehirnentwicklung des Babys. So einfach ist das und hier könnte ich eigentlich auch schon aufhören.

Aber es gibt noch weitere Faktoren, die dafür sprechen, auch in der Schwangerschaft moderat Sport zu treiben.

Es gibt viele Studien, die sich mit dem Thema Sport in der Schwangerschaft beschäftigen. Nachlesen kannst Du das zum Beispiel hier: [2], [6] und [7]. Was diese Studien gemeinsam haben, ist die Erkenntnis, dass schwangere Frauen, die moderat Sport treiben, eine leichtere Geburt, weniger Schwangerschaftsbeschwerden und ein intelligenteres Baby haben.

Sport wirkt sich positiv auf die Gehirnentwicklung des Fötus aus und reduziert dazu noch Stress und sogar die Geburtsschmerzen.

Warum das so ist, lässt sich an unserer Vergangenheit erklären. Wir sind eigentlich Marathonläufer, da wir vor Urzeiten jeden Tag zwischen 20 und 40 km gelaufen sind. Ausdauersport gehört für uns einfach dazu, und unser Körper ist darauf ausgelegt. Nur leider sind wir vor Kurzem sesshaft geworden, haben angefangen in Büros zu arbeiten und uns TVs angeschafft.

Was Du tun kannst?

Wenn Du vor der Schwangerschaft schon Sport getrieben hast, mach damit weiter, solange Du Dich damit gut fühlst.

Falls Du neu mit Sport anfangen willst, beginne langsam und lasse Dich evtl. von Deinem Frauenarzt beraten. Ein guter Sport, gerade für das dritte Trimester ist Schwimmen. Neben der angenehmen Schwerelosigkeit im Wasser kühlt Dich das Wasser auch zusätzlich und schützt vor Überhitzung durch die sportliche Anstrengung.

Vermeiden solltest Du in jedem Fall gefährliche oder sehr anstrengende Sportarten wie z.B. das Reiten.

3 Kein Stress

Der Brain-Killer Nummer eins ist Stress. Es gibt eine Studie, die hat den Einfluss einer Naturkatastrophe in Kanada auf Kinder untersucht, die zu dem Zeitpunkt noch im Mutterleib waren [8].

Die Ergebnisse finde ich erschreckend. Im Alter von 5 Jahren unterschied sich das Verhalten dieser Kinder insofern, dass Ihr IQ deutlich niedriger und auch die Sprachentwicklung weiter zurück war.

Diese und andere Studien bestätigen, dass Stress der Mutter in der Schwangerschaft deutlichen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Ungeborenen (z.B. auf Temperament, Motorik, Gehirnvolumen, IQ, Aufmerksamkeit und Konzentration) hat, der auch noch lange nach der Geburt nachweisbar ist.

Was Du tun kannst?

Ein bisschen Stress hin und wieder ist nicht schädlich, kann sogar gut sein für das Kind, da es den Umgang mit Stress erlernt. Vermeide aber Dauerstress, also häufigen, massiven, chronischen Stress.

Falls der Stress nicht vermeidbar ist, aufgrund von unvorhergesehenen Ereignissen, versuche Dich so gut es geht herauszuhalten. Überlass anderen die Reglung von Angelegenheiten.

Atme tief durch, nimm Dir Auszeiten, treibe Sport, mache Yoga oder meditiere.

Nach der Schwangerschaft

4 Langes Stillen

Ich weiß, ich weiß, schon wieder das alte Lied vom Stillen. Aber es kann einfach nicht oft genug gesagt werden, wie wichtig und wertvoll das Stillen für ein Baby ist.

Falls Du zu denjenigen gehörst, die das bereits beherzigen, d.h. Du hast Glück und kannst Stillen, stillst eventuell bereits länger als 12 Monate oder hast es vor, dann herzlichen Glückwunsch! Alles richtig gemacht, bleib am Ball!

Es gibt noch immer Frauen, zu denen das noch nicht durchgedrungen ist. Die sich bewusst gegen das Stillen entscheiden. An diese Frauen richtet sich mein Apell, es, trotz aller Gegenargumente aus der Familie oder den eigenen Überzeugungen, dennoch zu versuchen. Denn etwas besseres kann dem Gehirn Deines Kindes gar nicht passieren!

Stillen schafft die Basis für das weitere Leben. Die Muttermilch enthält so unglaublich viel Nährstoffe und passt sich so flexibel (teilweise innerhalb eines Tages) an die Bedürfnisse des Kindes an, wie es keine künstliche Nahrung leisten kann.

Zudem schafft die körperliche Nähe zwischen Mutter und Kind eine enge Bindung welche das Urvertrauen des Babys in seine Familie erzeugt.

Die Natur hat hier etwas wunderbar Einfaches und doch so Komplexes geschaffen, das optimaler nicht sein kann für die ersten Lebensjahre eines Kindes.

Warum gibt es dann noch immer Frauen, die nicht stillen können?

Dazu kann ich das Buch von Nora Imlau „Mein kompetentes Baby“ [4] empfehlen. Dort beschreibt sie sehr anschaulich, wie wir Menschen durch den Umgang mit dem Stillen in unserer industrialisierten Gesellschaft und den geringen Geburtenraten, immer seltener die Chance haben, das Stillen zu lernen.

Denn anders als bei vielen anderen Säugetieren muss sich der Mensch das Stillen von seinen Mitmenschen abschauen.

Wir lernen von unseren Müttern, Schwestern, Tanten usw.. Wo aber das eigene Kind auch oft das einzige Kind weit und breit ist und auch die Krankenhäuser und Hebammen oft zu schnell zum Fläschchen greifen, ist die Entscheidung leider oft viel zu schnell gefallen.

Ich selbst habe mein Kind in einem „Babyfreundlichen“ Krankenhaus zu Welt gebracht und sehr gute Erfahrungen dabei gemacht. „Babyfreundlich“ ist eine Initiative von Unicef und der WHO [5]. So dürfen sich Krankenhäuser nennen, die nachweislich die Bindung zwischen Baby und Familie fördern und dazu gehört auch eine intensive Stillberatung.

5 Viel Tragen

Wusstest Du, dass Babys, die von Anfang an viel getragen wurden, erwiesenermaßen durchschnittlich klüger sind als Kinderwagenkinder?[9]

Begründet wird das damit, dass Babys in der Trage einen besseren Rundumblick haben. Sie sind von Anfang an auf Augenhöhe und bekommen viel mehr mit von ihrer Umwelt als ihre Artgenossen im Kinderwagen, der im Vergleich eher einer Isolationszelle ähnelt. Alle Sinne werden geschärft

Mein Sohn und ich beim Winterspaziergang

Im Kinderwagen sieht das Kleine nur, was sich direkt über ihm befindet und sich ihm aktiv zuwendet. Es kann sich hier in der liegenden Position niemandem aktiv zuwenden oder durch Mimik und Gestik (außer durch laute Geräusche) auf sich aufmerksam machen

Durch die aufrechte Haltung in der Trage und die dadurch gegebene Möglichkeit aktiv an ihrer Umwelt teilzunehmen, werden alle Sinne gefördert, was wiederum der Entwicklung einen ordentlichen Schubs gibt.

Zudem fördert auch hier wieder die Nähe zur Bezugsperson die Bindung und schafft Geborgenheit. Nähe und Geborgenheit sind für die geistige und emotionale Entwicklung eines Babys unverzichtbar.

Ich persönlich habe die Zeit mit meinem Baby in der Trage sehr genossen. Unabhängig davon, ob er nun einen höheren IQ hat oder nicht, fand ich die Sicherheit, mein Baby warm und behütet bei mir zu haben, mit nichts zu vergleichen.

Das Tragen hat noch viele weitere positive Eigenschaften (z.B. Verhinderung von Fehlbildungen) und Nebeneffekte (z.B. Stillen in der Trage), die ich Dir gern in einem anderen Artikel beschreiben werde.

Babytrage Manduca
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Tragetuch von Didymos
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Wichtige Voraussetzung: Bitte trage das Baby immer mit dem Gesicht zu Dir. Die Trageweise mit dem Gesicht nach außen ist aus vielerlei Gründen nicht empfehlenswert. Zum Einen wird so die C-Form des Rückens nicht unterstützt (Stichwort: Hohlkreuz) und die Anhock-Spreiz-Haltung ist nicht gegeben. Zum Anderen kann sich das Baby bei Überreizung nicht wegdrehen und in Mamas Brust vergraben. Eine Überreizung kann schädlich sein kann für die Entwicklung des Kindes.

6 Viel Sprechen

Es ist nicht nur ein Cliché, dass Frauen viel reden und meist ein größeres soziales Netzwerk als Männer vorweisen können.

Vielleicht bekommen Frauen deswegen die Kinder…

Fakt ist, dass dies von großem Vorteil für die Förderung der Intelligenz des Kindes ist.

In verschiedenen Studien [10][11] konnte nachgewiesen werden, dass Kinder, mit denen schon als Baby viel gesprochen wurde, einen höheren Wortschatz besitzen und in der Schule besser im Lesen und Schreiben abschneiden.

Ausführliche Studie über die Auswirkungen von Kommunikation in der Familie auf die Entwicklung von Kindern.[10]

Aber nicht nur die Anzahl an Wörtern, sondern auch deren Vielfalt und die Interaktion mit dem Kind (Rückfragen, Mimik, Gestik), tragen dazu bei, dass solche Kinder einen höheren IQ haben, als eine Vergleichsgruppe, die dies nicht berücksichtigt.

Was Du tun kannst?

Sprich mit Deinem Baby und Kleinkind. Reagiere auf seine Worte mit Gestik, Mimik und verbaler Kommunikation. Erkläre ihm, in einfachen Worten, was Du gerade tust, dass Du es wickelst, gleich die Hose anziehst und Ihr dann raus in den Park geht.

Es ist eigentlich fast egal, was Du erzählst. Wichtig ist, dass es von einem echten Menschen kommt, denn YouTube und DVDs können eine echte Stimme nicht ersetzen. Hier gibt es keine Abkürzung.

Auch das zeitige Vorlesen ist eine schöne Möglichkeit den Wortschatz des Kindes, und auch seinen eigenen, zu erweitern. Denn im Alltag hat man doch häufig mit den gleichen Situationen und Worten zu tun.

Fun Fact: Auch der elterliche Singsang, die Babysprache, ist eine witzige Erfindung der Natur. Die Babysprache mit den lang gezogenen Vokalen und der hohen Stimme machen es dem Baby einfacher die einzelnen Worte und Laute zu erkennen und zu unterscheiden.

7 Spielen lassen

Zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenkt man die tollsten Spielsachen, aber am Ende spielt das Kind doch lieber mit dem Verpackungskarton.

Oder die kleine Prinzessin steht mit den Pumps, dem neuen Schal und der Sonnenbrille der Mutter vor dem Spiegel und spielt Superstar.

Hast Du das auch schon erlebt?

Kinder sind von Geburt an neugierig und kreativ. Genau diese beiden Eigenschaften sind die Grundvoraussetzung für das Lernen von neuen Dingen und jedem Kind in die Wiege gelegt.

Freies Spiel fördert kreatives Problemlösen, Spracherwerb, Stressmanagement, soziale Fertigkeiten und die allgemeine kognitive Entwicklung

Quelle: [2], S. 315

Die Spieleindustrie schlägt hier eine fragwürdige Richtung ein. So ist doch längst erwiesen, dass freies Spiel die Nervenbildung von Kindern ebenso ausgeprägt fördert wie z.B. Vitamine und Eiweiß.

Spielsachen, die keinerlei Kreativität erfordern, weil es nur einen Weg gibt sie zusammenzubauen oder zu benutzen oder weil das Kind gar nicht nachdenken muss, sind also für Kinder ungeeignet. Dennoch quellen die Fachgeschäfte über davon.

Warum ist das so?

Der Grund ist wie so oft ganz banal, mit freiem Spiel lässt sich eben kaum Geld verdienen. Daher gibt es unzählige elektronische Spiele, DVDs mit Filmen und angeblichen Lernkursen bereits für das Babyalter.

Sie alle haben aber oft nur eins gemein, und das ist die mitunter sinnlose Beschäftigung des Kindes und im besten Fall das Erwecken einer Sucht oder Abhängigkeit nach dem Spiel.

Dabei sind die Nachteile eines übermäßigen Konsums digitaler Medien bekannt:

  • Bewegungsmangel
  • Koordinationsmangel
  • Konzentrationsmangel
  • usw.

Von den positiven Auswirkungen des freien Spiels hingegen (siehe Kasten oben) profitiert jedes Kind bis ins Erwachsenenalter.[12]

Was Du tun kannst?

In einem Schulprogramm wurde das Konzept „Tools of the Mind“ integriert. Es geht davon aus, dass Rollen-, Fantasie- und Symbolspiele die nützlichste Art des Spielens sind [2].

Die Basis für diese Art des Spielens ist eine Kiste mit Klamotten zum Verkleiden, leere Kartons zum Bauen und Basteln, Legosteine / Bauklötze und haufenweise Bastelmaterial.

Du kannst Deinem Kind diese Sachen zur Verfügung stellen und ihm Zeit und Raum geben seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Am Besten funktioniert so etwas mit anderen Kindern zusammen.

Und achte auch darauf, dass Dein Schatz so wenig wie möglich digitale Medien konsumiert. Das ist in unserer heutigen Zeit nicht einfach. Bevor Du es mit Verboten und Regeln probierst, kannst Du es mit dem Belohnungsprinzip versuchen.

Dein Kind kann sich z.B. die Medienzeit „erarbeiten“. Je nach Alter kann das z.B. durch Aufwaschen, Aufräumen oder Rasenmähen passieren.

8 Viel Bewegung

Was für Dich in der Schwangerschaft und auch im „normalen“ Leben gilt, gilt natürlich auch für Dein Kind. Kinder haben einen enormen Bewegungsdrang und ich frage mich oft, wo mein Knirps die ganze Energie hernimmt!

Gerade ab dem Zeitpunkt, ab dem Kinder laufen lernen, ist es wichtig, dass sie täglich die Möglichkeit bekommen, den Bewergungsdrang auszuleben.

Das Gehirn liebt Bewegung!

Der Zusammenhang zwischen Körper und Gehirn ist weitgehend erforscht und bestätigt, dass Bewegung, insbesondere Ausdauersport, die Gehirnentwicklung in großem Maße positiv beeinflusst.

Die Erfolgsformel:
Stillen + Sprechen + Spielen + Sport = Schlaues Baby

Quelle: [2], S. 164

Kinder, die schon früh Sport treiben, bleiben auch oft im späteren Leben dabei, haben weniger mit Gewichtsproblemen zu kämpfen und haben oft Vorteile bei der Stressbewältigung. Denn wie ich bereits schon im Kapitel „In der Schwangerschaft“ geschrieben habe, hilft Sport bei der Stressbewältigung.

Was Du tun kannst?

Tja, wenn Du selbst schon Sport treibst, dürfte dieser Punkt für Dich kein Problem darstellen. Bist Du aber wie ich, ein kleiner Sportmuffel, ist es nun an der Zeit, dass wir unseren inneren Schweinehund in seinen Zwinger sperren und mit unseren Kindern raus gehen und Sport treiben!

Kinder lernen am Besten durch die Vorbildfunktion und so ist es natürlich auch beim Thema Bewegung. Dabei reicht es eben nicht, die Kinder nur zu animieren, sondern wir müssen selbst mitmachen.

Wie wäre es denn mit einem Lauf durch den Wald? Je nach Alter kann man auch einen kleinen Wettbewerb draus machen. Oder Drachensteigen im Herbst, Skifahren im Winter, Radtouren und Schwimmen im Sommer, und und und…

Hier zählt jede Stunde, die nicht auf der Couch verbracht wurde!

9 Kein Fernsehen

Ich habe es im vorigen Kapitel schon angeschnitten. Zu den digitalen Medien und Videospielen gesellt sich auch das Fernsehen. Daher verwende ich im Folgenden den Begriff Fernsehen als Sammelbegriff für alle digitalen Medien.

Über dieses Thema könnte ich hier eine ganze Reihe von Blogartikeln schreiben! Ich fasse mich aber kurz und werde Dir die wichtigsten Einflüsse des Fernsehens in Bezug auf die Entwicklung von Kindern zusammenfassen.

Wenn Du bis hier hin gelesen hast, dann dürfte Dir schnell klar werden, dass ein Kind, das viele Stunden am Tag vor dem Fernseher sitzt, einige der vorher genannten Dinge nicht tun kann.

Wenn ein Kind vor dem Fernseher sitzt, entgehen ihm in dieser Zeit:

  • Bewegung
  • verbale Kommunikation (niemand spricht mit ihm)
  • nonverbale Kommunikation (Mimik, Gestik)
  • Freies Spiel (Kreativität, Interaktion mit anderen Kindern, …)

Es gibt weiterhin viele Studien über den Einfluss des Fernsehens auf Kinder. Die Ergebnisse sind teilweise umstritten oder uneindeutig. Es fehlen vor allem Langzeitstudien über die neueren sich ständig wandelnden Medien wie z.B. Smartphones.

Fernsehen macht aggressiv

Kein Scherz!

Es konnte ein direkter Zusammenhang zwischen dem Fernsehkonsum und dem Verlust der Impulskontrolle (Agressivität) nachgewiesen werden.[13]

Das ist schon erschreckend genug, aber weitere Studien zeigen außerdem, dass bei unter 4-Jährigen mit jeder Stunde, die sie fernsehen, die Neigung zu Mobbing zunimmt. ([2], S.159).

Hinzu kommen Anzeichen dafür, dass Fernsehen vor allem in jungen Jahren negative Auswirkungen auf die Leseleistung, die Konzentrationsfähigkeit und den Spracherwerb des Kindes hat.

Ich könnte hier noch viele weitere Studien und Forschungsergebnisse zitieren, aber möchte dabei belassen. Die oben genannten Nachteile sprechen für sich.

Fazit: Kinder (und Erwachsene) gehören nicht vor den Fernseher!

Was Du tun kannst?

Reduziere den Konsum digitaler Medien auf ein Minimum und biete Alternativen an. Bestenfalls gemeinsame Unternehmungen oder Vorlese- oder Spieleabende.

Sei ein Vorbild! Es wird nicht reichen, wenn Du Deinem Sprössling das Fernsehen verbietest, selbst aber stundenlang vor dem Flimmerkasten hängst. Kinder sind Meister im Nachahmen und jedes Wort ist überflüssig, wenn das Handeln nicht dazu passt. 😉

10 Kein Dauerstress

Den Stress erwähne ich in diesem Artikel nicht das erste Mal. Stress und besonders Dauerstress oder auch chronischer Stress, sind sowohl in der Schwangerschaft, aber auch besonders in den ersten Lebensmonaten sehr schädlich für die Gehirnentwicklung eines Kindes.

Aber wir können das auch gern verallgemeinern, denn dauerhafter Stress führt bekanntlich im Körper zu einer Notsituation, die, dauert sie zu lange an, zu körperlichen und psychischen Krankheiten führen kann, die alle Altersgruppen treffen kann.

Rumänische Waisenkinder

Was nun besonders bei Kleinkindern passieren kann, zeigen sehr anschaulich eine Studie über vernachlässigte rumänischen Waisenkinder aus dem Jahre 1992 [14] und eine weitere Studie über deren Entwicklung nach der Adoption durch kanadischen Familien von 1997 [15].

Durch politische Entscheidungen, Armut und Obdachlosigkeit in der Bevölkerungen stieg in Rumänien die Anzahl an Waisenkindern seit den 1960er Jahren rapide an. Aufgrund mangelnder Mittel der Waisenhäuser vegetierten diese Kinder auf das Schlimmste vor sich hin.

Details über das Ausmaß der Verwahrlosung in den Waisenhäusern erspare ich Dir hier.

Als westliche Länder auf die Missstände aufmerksam wurden, wurden viele dieser extrem vernachlässigten Kinder adoptiert. Die zweite genannte Studie begleitete kanadische Eltern einige Jahre nach der Adoption.

Es wurde festgestellt, dass sich die Kinder jeweils in zwei mögliche Richtungen entwickelten.

Eine Gruppe entwickelte sich überraschend normal. Die Kinder waren sozial und emotional stabil, erlangten gute Schulnoten und waren auch sonst nicht von „normalen“ Kindern zu unterscheiden.

Die zweite Gruppe zeigte viele Auffälligkeiten, wie Essstörungen, Krankheiten, antisoziales und aggressives Verhalten (siehe [2], S. 97).

Die Untersuchungen zeigten, dass einzig das Alter, in dem die Kinder adoptiert wurden, diesen großen Einfluss auf ihre spätere Entwicklung hatte. Die glücklichen „normalen“ Kinder wurden vor dem vierten Lebensmonat adoptiert, die verhaltensauffälligen Kinder, nach dem achten Monat.

Fazit: Die Bindung, die die Kinder in den ersten Monaten erfahren, ist so essenziell wichtig, dass sie über ihr ganzes Leben entscheidet. Stress, dem die Kinder in dieser Zeit ausgesetzt sind, können sie durch eine gute Bindung zu einer liebenden Bezugsperson verarbeiten.

Ohne eine solche soziale Basis in den ersten ca. acht Monaten hat Dauerstress oft bleibende negative Folgen auf Körper und Geist.

Leistungsdruck

Zu Dauerstress gehören aber auch Leistungsdruck, also dauerhaft überhöhte Ansprüche an das Kind, und Stress durch dauerhafte Enttäuschung und Ärger.

Folgen von anhaltendem übersteigerten Leistungsdruck und der Enttäuschung dem nicht gerecht werden zu können, können erlernte Hilflosigkeit und Depressionen sein.

Was Du tun kannst?

Manchmal gibt es Situationen, in denen Stress nicht vermieden werden kann. Sei es die Änderung der Lebenssituation durch Arbeitslosigkeit oder den Tod eines nahen Verwandten.

Wichtig in solchen Fällen ist das Wissen um die Wirkung auf Babys und Kleinkinder. Die Kleinen benötigen in diesen besonderen Situationen Stabilität, Nähe, Geborgenheit und Liebe.

Was sie nicht brauchen ist Leistungsdruck. Kinder finden ihren eigenen Weg auch wenn dieser nicht dem gewünschten Weg der Eltern enspricht. Ein stabiles Umfeld und Bezugspersonen, auf die man sich verlassen können, sind wichtige Eckpfosten im Leben eines Kindes.

Fazit

Was ist jetzt mit Mozart und dem Englischkurs während der Schwangerschaft und Stillzeit?

Dass Mozart CDs in der Schwangerschaft einem Kind dazu verhelfen besser Mathe zu können ist ein Mythos. Es verhilft dem Baby allerhöchstens dazu die Melodien auch nach der Geburt wiederzuerkennen.

Du brauchst also nicht stundenlang mit Kopfhörern auf dem Bauch dazusitzen.

Was ein Baby wirklich benötigt, um die besten Voraussetzungen zu haben ein kluges glückliches Kind zu werden ist zum Einen: Kluge Eltern (Intelligenz wird zu 50% vererbt) und zum Anderen ganz viel Liebe in Form von: Nähe Stillen, Tragen, verbale und nonverbale Kommunikation, Bewegung und Spiel und wenig Stress.

Da bringt es auch nichts zeitig mit der Förderung zu beginnen und das Kind mit zusätzlichen vorschulischen Unterrichtseinheiten (Englisch, Chinesisch,…) um seine Freizeit zum Spielen zu bringen. Spielen ist so wichtig in den ersten Jahren.

Kinder lernen spielend und mit natürlicher Begeisterung. Erst der Druck in der Schule und das tägliche Leistungsniveau lässt die Freude am Lernen schwinden.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Anregungen geben und vielleicht auch neue Aspekte aufzeigen, die sich positiv auf die Entwicklung eines Kindes auswirken.

Lass mir doch gern Deine Gedanken, Ergänzungen und Fragen unten in den Kommentaren da.

Und falls Dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn Du ihn teilst!

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Die Autoren und Betreiber dieses Blogs übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

Quellen

[1] Intelligenz auf Wikipedia, URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz, abgerufen am 25.11.2018.

[2] Medina, John (2017): Brain Rules für Ihr Baby – Wie neurowissenschaftliche Erkenntnisse helfen, dass Ihre Kinder schlau und glücklich werden, 2. dt. sprachige Auflage, Bern: Hogrefe AG. ISBN: 978-3456857572 (Amazon Affiliate Link).

[3] Intelligenztest auf Wikipedia, URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenztest, abgerufen am 25.11.2018.

[4] Imlau, Nora (2016): Mein kompetentes Baby – Wie Kinder zeigen was sie brauchen. 2. Auflage, Münschen: Kösel-Verlag. ISBN-13: 978-3466310678 (Amazon Affiliate Link).

[5] Babyfreundlich.org.URL: https://www.babyfreundlich.org/eltern.html, abgerufen am 01.12.2018.

[6] Vogel, Barbara. Dissertation „Untersuchung der Assoziation von sportlicher Aktivität zurFrühgeburtlichkeitanhand der ‚BabyCare‘ Date“. URL: https://edoc.ub.uni-muenchen.de/17659/1/Vogel_Barbara.pdf, abgerufen am 02.12.2018.

[7] Botkin C. & Driscoll. C.E. 1991. Maternal aerobic exercise: Newborn effects. Family Practice Research Journal 11, S. 387-393.

[8] J. Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 2008 Sep.
Project Ice Storm: prenatal maternal stress affects cognitive and linguistic functioning in 5 1/2-year-old children. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18665002.

[9] Dev Psychobiol. 1994 Sep;27(6):343-51. Metabolic activation of the brain of young rats after exposure to environmental complexity. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8001724.

[10] Hart, B. & Risley, T. R. (1999). The social world of children learning to talk. Baltimore: Paul H. Brookes Publishing. ISBN: 978-1557664204. (Amazon Affiliate Link)

[11] Hart, B. & Risley, T. R. (1995). Meaningful differences in the everyday experience of young American children. Baltimore: Paul H. Brookes Publishing. ISBN: 978-1557661975.

[12] Wenner, M. (2009). The serious need for play. Scientific American Mind 20 (1). S.22-29

[13] Johnson, J. G. et al (2002). Television viewing and agressive behavior during adolexcence and adulthood. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11923542.

4 Kommentare zu “10 Voraussetzungen für intelligentere Kinder”

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