5 Dinge, die Dein Baby absolut nicht braucht!

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Baby mit Schnuller und Spielsachen

Wenn Du meinen Blog verfolgst, dann weißt Du bereits, wie ich zu der Konsumwelt rund um Babyartikel stehe. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ein Baby fast nichts brauchen am Anfang seines Lebens außer viel Körperkontakt und Liebe.

Zu diesem Thema habe ich auch einen ähnlichen Artikel geschrieben „13 Tipps für Zero Waste Baby“, der, nach den Statistiken zu urteilen, bei Euch richtig gut angekommen ist. 😀

Heute möchte ich jedoch keine Alternativen zu bestimmten Produkten aufzeigen, sondern möchte fünf Dinge nennen, auf die man von Anfang an komplett verzichten kann. Dabei beschränke ich mich nicht auf Materielles 😉

Mir ist dabei durchaus bewusst, dass manche Anschaffungen in bestimmten Fällen notwendig sind. Fläschchen z.B., wenn die Mutter aus medizinischen Gründen nicht stillen kann.

Ich gehe daher in den folgenden Punkten davon aus, dass Mutter und Kind gesund sind und es keine medizinisch relevanten Gründe gibt, das eine oder das andere Hilfsmittel anzuschaffen.

Manche Helferlein, wie eine Baby Wippe, ein Tragetuch oder eine Babydecke richtig eingesetzt schaden nicht und können durchaus nützlich sein. Drei Dinge, die mir den Baby-Alltag erleichter haben, habe ich Euch in diesem Artikel vorgestellt.

Es gibt jedoch genügend Dinge, die man eben nicht braucht, da sie aus meiner Sicht mehr schaden und eher Probleme machen, spätestens auf lange Sicht, als dass sie nützen.

Daher habe ich Dir fünf dieser Sachen herausgesucht und stelle Dir deren Wirkung auf Dein Baby vor.

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1 Ein eigenes Zimmer

Für viele Menschen in den westlichen industrialisierten Ländern, ist es eine Selbstverständlichkeit und die oft erste Sache, die für den neuen Erdenbewohner eingerichtet wird: Das erste eigene Zimmer

Viele Eltern verbringen viel Zeit damit, die richtigen Möbel auszusuchen, die Wände zu streichen, den Wickeltisch herzurichten, das Bettchen zu stellen.

Doch wenn Du Dein Baby fragen könntest, wo es am liebsten schlafen will, würde die Antwort ganz anders ausfallen.

Dein Baby verbringt die ersten 9 Monate, und damit sein ganzes bisheriges Leben, behütet und beschützt im warmen Bauch der Mutter und ist nie auch nur eine Sekunde allein. 

Seit langem stelle nicht nur ich mir daher die Frage: Wie kommt die moderne Welt nur darauf, dass es besser wäre, ein hilfloses kleines Wesen allein in einen einsamen Raum zu legen und es dort stundenlang, nachts, in Dunkelheit, ohne Mama und Papa liegen zu lassen?

Ok, das habe ich jetzt etwas überspitzt dargestellt.

Oder? Habe ich das wirklich? Wissen wir denn, was ein Baby wirklich durchmacht, wenn es allein gelassen wird?

Durch die Lebensweise in unserer Vergangenheit ist bekannt sein, dass eine lange Zeit unseres Lebens, das Alleingelassenwerden eines Säuglings eine Notsituation war. Eine absolute Stresssituation.

Unsere Babys wissen auch heute noch nichts von sicheren Wänden und abgeschlossenen Türen. Sie wissen auch nicht, dass Wolf und Bär schon lange keine Gefahr für uns sind. Für Sie bedeutet noch immer das Alleinsein eine große Gefahr.

Warum lassen wir dann unsere Kinder alleine schlafen?

Oft höre ich die Argumente, dass man das Kind nicht verwöhnen möchte und es rechtzeitig zur Selbstständigkeit erziehen will.

Ich verstehe die Ängste der Eltern und Verwandten sehr gut. Jeder möchte das Beste für seinen Nachwuchs und von Anfang an alles richtig machen.

Jedoch beruht die Annahme, dass zeitiges Trennen von den Eltern Selbstständigkeit fördert auf veralteten Glaubenssätzen. Heute weiß man, dass eine gute innige Bindung zwischen Eltern und Kind die Selbstständigkeit und das Selbstwertgefühl am Besten fördert.

Trennung und Einsamkeit hingegen bewirken das Gegenteil.

Diese wichtige Bindung zwischen Eltern und Kind entsteht in den ersten Monaten und Jahren und beeinflusst das gesamte restliche Leben.

Die Voraussetzung für eine gute Bindung ist Liebe, Herzlichkeit, Vertrauen und vor allem viel Körperkontakt und eine positive Kommunikation.

Gerade in den ersten Monaten ist es daher kontraproduktiv ein Baby allein in einem Zimmer schlafen zu lassen. 

Neben weiteren wichtigen Vorteilen, wie z.B. die Senkung des Risikos des plötzlichen Kindstods, Stabilisierung des Herzschlags, Regulation der Temperatur und des Atemrhythmuses (hierzu ein ausführlicher Artikel), hilft das gemeinsame Schlafen des Babys mit den Eltern in einem Zimmer eine positive feste Bindung mit seinen Eltern aufzubauen.

Ein Baby interessiert sich nicht für die schöne Einrichtung seines Zimmers, genau so wenig, wie für ein Babybett oder ein Kuscheltier. Alles was es braucht ist Mama und davon so viel wie möglich!

Das Alleineschlafen eines Babys ist übrigens ein Phänomen der Neuzeit und ein Phänomen der westlichen Welt. Der Großteil der restlichen Welt lässt seine Kinder mit im eigenen Zimmer oder sogar im selben Bett (Idealfall) schlafen und kommt so dem natürlichen Bedürfnis der Kinder nach Nähe und Geborgenheit am Besten nach. 

Falls Du noch überlegst, welche Argumente noch dafür sprechen, dann frage Dich doch mal, warum Du mit Deinem Partner zusammen im Zimmer schlafen darfst, Dein kleines Baby diesen Luxus aber nicht bekommt? Verwöhnst Du dann nicht auch Deinen Partner? 😉

Kinder, die bei den Eltern schlafen, ziehen übrigens sehr oft ab einem Alter von 4+ Jahren selbstständig und freiwillig in ein eigenes Bett oder Zimmer um. Dann, wenn sie selbst den nächsten Schritt in die eigene Selbstständigkeit wagen.

2 Der Schnuller

Image by Pavel Kraus from Pixabay

Das Thema Schnuller ist hingegen nicht ganz so klar, wie das Thema “eigenes Zimmer”. Überlegen wir doch daher einmal, was für eine Funktion ein Schnuller für ein Kind eigentlich erfüllen soll.

Diese Frage stellen sich meines Erachtens zu wenige Eltern im Vorhinein, da die Werbung und die Medien, den Schnuller zur Standardausrüstung für ein neugeborenes Baby erklärt haben und uns das tagtäglich vor Augen führen.

Auch in Krankenhäusern, sofern sie nicht als „babyfreundlich“ ausgezeichnet sind, werden sehr schnell Schnuller zur Beruhigung verteilt.

Durch diese Gehirnwäsche, denken wir viel zu oft nicht mehr nach und hinterfragen nicht mehr. Wir nehmen hin und konsumieren. Das betrifft natürlich nicht nur das Thema Schnuller.

Ein Schnuller ist zuallererst nichts anderes als ein Brustersatz. Das Kind kann nuckeln und saugen ohne dass die Mutter anwesend sein muss.

Ein Brustersatz oder auch Mamaersatz kann manchmal durchaus notwendig sein, wenn z.B. Dein Baby ein erhöhtes Saugbedürfnis hat und dadurch Deiner Brust beim Stillen dauerhaft große Schmerzen zufügt. Oder auch, wenn ein Baby besonders “anstrengend” ist, ein High-Need-Baby. Hier kann der Schnuller eine echte Erleichterung für Dich darstellen.

Diese Fälle bezeichne ich an dieser Stelle aber als Ausnahme. Leider werden Ausnahmen heutzutage oft vorschnell zur Regel gemacht. 

Auch meine Hebamme wollte mir einreden, dass mein Kind ein erhöhtes Saugbedürfnis hätte und ich sollte meinem 3 Wochen alten voll gestillten Sohn, doch den Schnuller geben. Das habe ich Gott sei Dank nicht gemacht und nach meinem Bauchgefühl gehandelt. Es war auch rückblickend absolut nicht notwendig. Er hatte ein ganz normales Saugbedürfnis.

Wie schon beim Thema “Eigenes Zimmer” spielt auch hier das Thema Bindung und Bedürfnisorientierung mit hinein. Schnuller ersetzen die Mutter und ihre Brust. Weint ein Baby oder möchte es trinken, nuckeln oder einfach mit der Mutter kuscheln, bekommt es einen Schnuller in den Mund.

Der Schnuller kann aber die natürlichen Bedürfnisse des Babys nicht wirklich ersetzen, sondern nur kurzfristig beruhigen.

Weder kommt Milch beim Nuckeln noch spürt es die Wärme und Geborgenheit der Mutter. Zu häufig eingesetzt wird das Baby früher oder später frustriert.

Paradoxer Weise funktioniert das Beruhigen aber mit der Zeit immer zuverlässiger. Bekommt ein Baby jedes Mal, wenn es quengelt zunächst den Schnuller in den Mund, lernt es, dass seine Bedürfnisse nicht beachtet werden:

„Jedes Mal, wenn ich ein Bedürfnis habe, bekommt ich dieses Gummiteil in den Mund. Dann brauche ich mich auch nicht mehr bemerkbar zu machen, wenn es eh keinen interessiert.“ – Das nennt man auch „erlernte Hilflosigkeit“.

Natürlich ist es für die Mutter einfacher, nicht immer selbst reagieren zu müssen, wenn das Baby ein Bedürfnis hat. Und in manchen Fällen kann so etwas durchaus auch notwendig sein.

Aber in den meisten Fällen kommt ein Kind wunderbar ohne dieses Plastikteil aus und würde selbst sicher immer die Mutter vorziehen, als den Mutterersatz. 

Eine gute Bindung ist viel besser möglich, wenn das Baby die Mutter spürt und von ihr direkt getröstet oder gefüttert wird. 

Und ja es stimmt: Einschlafstillen ist Ok, Clusterfeeding anstrengend und Langzeitstillen das Normalste der Welt.

Und nochmal ja: Es ist tatsächlich schwieriger, aufwendiger, zeitraubender, nervenaufreibender immer da zu sein und ggf. sehr häufig und überall zu wiegen, kuscheln oder stillen oder füttern. Aber wie lange musst Du das denn wirklich aushalten? Ein halbes Jahr? Ein Jahr? Zwei Jahre? Die Zeit geht so schnell vorüber aber in der kurzen Zeit, kannst Du so viel für Dein Kind tun.

Welche Nachteile der Schnuller außerdem für das Gebiss, die Sprachentwicklung, die Psyche und die Intelligenz hat, kannst Du in diesem Artikel nachlesen

Nicht zuletzt möchte ich nicht wissen, wie viel Bisphenolen und anderen Weichmachern in der Geschichte der Schnuller schon von unseren Babys herausgenuckelt wurden.

Also sag dem Schnuller adé, bevor Dein Kind überhaupt geboren wurde oder gehe damit zumindest verantwortungsbewusst und vor allem sehr sparsam um. Nicht sparen solltest Du hingegen mit Deiner Brust für Dein Kind 😉

3 Fernsehen

Babys und Kleinkinder sind sehr neugierig und interessiert an allem, was in ihrem Umfeld passiert. Von Anfang an sind auch die aktuellen Medien mit dabei, je nachdem wie sehr Handy und Co. von den Eltern und Geschwistern benutzt werden.

Babys bekommen so ganz nebenbei mit, welchen Stellenwert der Fernseher oder das Handy bei Mama und Papa einnimmt. Auch bekommen Babys mit, wie viel wichtiger die Medien sind, wenn sich die Eltern damit beschäftigen, während das Kind am Boden spielt oder im Kinderwagen liegt.

Eine Zeit, die eigentlich dem Baby vorbehalten sein sollte.

Kinder benötigen in den ersten 2 bis 3 Jahren ausschließlich „echte“ Anregung und „echte“ Beschäftigung mit realen Menschen. Gerade die Sprachentwicklung profitiert enorm vom Vorlesen gemeisam mit den Bezugspersonen oder dem Sprechen mit Mama durch ihre direkte Zuwendung. Nur so können Mimik und Gestik zusammen mit der aktuellen Situation für Dein Kind ein Gesamtbild ergeben.

Kein CD-Player, Video oder Handy kann einen echten Menschen ersetzen, da Babys auf diese künstlichen Dinge nicht mit den gleichen Lerneffekt reagieren. Das geht zurück auf wissenschaftliche Studien, die sehr schön in dem Buch „Brain Rules für Ihr Baby“ beschrieben sind.

Es ist sogar das Gegenteil der Fall, Kinder die in den ersten Jahren besonders viel Fernsehen, können der Entwicklung Gleichaltriger hinterher hängen, wie in einer Studie von der University of Michigan untersucht wurde.

Nicht zuletzt ist es gerade in den ersten Jahren so wichtig, dass Kinder durch ihre Eltern getröstet, beschützt und beruhigt werden. Das stärkt die Bindung zu den Eltern und das Selbstwertgefühl der Kinder.

Auch hier bietet das Fernsehen keinen Ersatz und kann bei übermäigen Gebrauch zu einer geschwächten Bindung zwischen Eltern und Kind führen.

Zusätzlich verhindert die Zeit, die ein Kind vor dem Handy oder Fernsehen verbringt, dass das Kind sich selbst ausprobiert, rennt, singt, spricht, riecht, fühlt und schmeckt. Ohne Medien lernt es alle seine Sinne zu trainiern und koordinieren, mit Medien nur das Hören und Sehen.

Aber nicht nur die Kinder sollten auf TV und Handy verzichten, auch das intensive Beschäftigen der Eltern mit den Medien kann dazu führen, dass sich die Beziehung zu den Kinder verschlechtert.

Es reicht eben nicht, wenn Eltern nur körperlich anwesend sind. Kinder brauchen Aufmerksamkeit. Es ist ein Grundbedürfnis direkt angesprochen zu werden und sowohl durch Berührungen als auch durch Kommunikation mit Ihren Eltern zu interagieren.

Das alles ist mit einem laufenden Fernseher oder dem Handy vor der Nase nicht mehr möglich.

Zudem gibt es keine Studie, die eine positive Auswirkung des frühen Medienkonsums auf Kinder ermitteln konnte, aber einige Studien, die die Beeinträchtigungen in Gesundheit, Sozialverhalten, Intelligenz und Motorik nachweisen.

Mein Fazit: Fernseher aus, Handy weglegen und ganz Mama und Papa sein für Eure Kleinen!

4 Zucker

Image by 955169 from Pixabay

Im Grunde wissen es die meisten Eltern, weißer Zucker (Industriezucker, Kristallzucker) ist nicht gesund. Die Unmengen an Zucker, die wir tagtäglich zu uns nehmen gehen schon lange über das normale gesunde Maß hinaus und sind nachweislich die Ursache für viele verschiedene Krankheiten, wie z.B. Diabetis.

Besonders Heranwachsende sind betroffen von den schädlichen Auswirkungen, wie auch in einem Artikel der Universität Bonn beschrieben.

Man müsste nun meinen, dass Eltern, die daran interessiert sind, dass ihre Kinder rundum gesund und optimal ernährt werden, aufgrund dieser Erkenntnisse weitestgehend auf Zucker verzichten.

In der Theorie trifft das sicher zu. Keine Mutter und kein Vater würde sein Kind freiwillig und vorsätzlich durch falsche Ernährung schaden wollen und dies auch noch zugeben.

In der Praxis sieht das aber ganz anders aus. Wenn ich in so manche Brotbüchsen der Krippe meines Sohnes schaue, merke ich, dass das Wissen um die negativen Auswirkungen von dem süßen Gift nicht in den Köpfen vieler Eltern angekommen ist oder dort erfolgreich verdrängt wird.

Da gibt es alles von der Milchschnitte bis zum berühmten Fruchtzwerg. Von den Geburtstagsparties mit Kuchen und Schokolade oder den Nachmittagssnacks bestehend aus Keksen ganz zu schweigen.

Die Ursachen liegen m.E., wie so oft, nicht unbedingt bei den Eltern direkt. Es sind vor allem die Medien, die Werbung, der gesellschaftliche Druck und auch die Verwandten die dazu führen, dass Zucker und Süßigkeiten einen zu hohen Stellenwert in Bezug auf die kindliche Ernährung einnehmen.

“Gib dem Kind doch mal was Richtiges.” musste ich mir auch schon anhören, da mein Sohn ja nur zuckerfreie Snacks, Brot, Obst usw. bekommt. Ich selbst wurde von meiner lieben Oma regelrecht vollgestopft mit Süßem. Im Nachhinein wird mit heute noch schlecht wenn ich daran denke.

Bei unserem Sohn versuchen wir konsequent zu sein und stoßen dabei meist nur auf Kopfschütteln, Unverständnis und mitleidiges Lächeln, selten auf Zustimmung.

Aber unser Sohn ist glücklich, gesund, normalgewichtig und verlangt nicht nach Süßem. 

Ein Kind braucht keinen raffinierten Zucker in seinem Speiseplan. Ein Kind braucht Vitamine, Mineralien und eine vollwertige Nahrung mit viel Obst und Gemüse. Dazu optimalerweise eine lange Stillzeit. 

Gerade die ersten Jahre sind so wichtig, da sich in dieser Zeit z.B. Allergien und Asthma (bereits durch die Mutter während der Schwangerschaft) herausbilden können. Auch hier steht Zucker im Verdacht sein übriges beizutragen. Man legt den Grundstein und dabei hat man nur einen Versuch.

Ein Verzicht auf die industrielle Süße funktioniert aber natürlich nicht, wenn nur das Kind keine Süßigkeiten bekommen darf, alle anderen in der Familie aber schon. 

Die Eltern haben eine Vorbildfunktion und das Kind möchte essen, was Mama und Papa essen. Die ganze Familie sollte daher mitziehen.

Eine ganz schöne Herausforderung! Aber probier es doch einmal aus. Eine Woche oder einen Monat zuckerfrei. Du wirst sehen, wie positiv sich eine Reduktion von Zucker im Alltag auf Dein Leben und Deine Gesundheit auswirken kann.

Bei einem Selbstversuch 6 Wochen komplett zuckerfrei hatte ich mehrere Aha-Effekte. Einer war z.B., die Erkenntnis, dass bei mir sofort meine Haut sichtbar reagiert, wenn ich Industriezucker zu mir nehme. Man sieht es mir am Gesicht an, meine Haut ist viel reiner ohne das süße Gift.

Wenn Dich das Thema interessiert, kann ich Dir das Buch „Endlich Zuckerfrei“ von Anastasia Zampounidis empfehlen. Das war das erste Buch, welches ich zum Thema zuckerfrei gelesen habe und was mich zu den 6 Wochen zuckerfrei motiviert hat, sicher gibt es auch weitere gute Literatur zu diesem Thema.

5 Lob

Jetzt denkst Du wahrscheinlich: “Was soll das jetzt? Jetzt darf ich meine Kinder nicht einmal mehr loben!”

Richtig. Und nicht nur das, nicht nur das Loben solltest Du lassen, sondern auch das Strafen.

Es gibt zu diesem Thema sehr gute Literatur, die das Thema des richtigen Lobens vollumfänglich abhandeln und die ich Dir wärmstens empfehlen kann. Z.B. das Buch „Liebe und Eigenständigkeit“ von Alfie Kohn.

Außerdem empfehle ich Dir den ausführlichen Artikel „Warum wir unsere Kinder nicht loben sollen“ des bekannten Blogs „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“.

Zusammenfassend geht es darum, Dein Kind so zu lieben, wie es ist. Seinen Charakter und seine Anstrengungen im Leben wertzuschätzen und Dein Kind zu “sehen”, statt es zu beurteilen

Lob und Tadel hingegen sind Ausprägungen Deiner eigenen Wünsche und Ansichten, wie Dein Kind zu sein hat. Durch Lob beurteilst Du Dein Kind, legst ihm Deine Grenzen auf und lenkst es in Deine Richtung, anstatt ihm die Möglichkeit zu geben sich selbst kennenzulernen und seinen eigenen Weg zu finden

Es gibt eine schöne Studie (“Effort-Effect”) mit Kindern, in der herausgestellt wurde, dass z.B. das Loben der Intelligenz des Kindes (Fixed Mindset)  dazu führte, dass sich Kinder weniger anstrengten und Aufgaben zeitiger abbrachen. Lobte man hingegen die Anstrengung (Growth Mindset) motivierte das die Kinder verschiedene Lösungswege zu finden und auch komplexere Aufgaben zu lösen.

Hieran sieht man, welche Macht ein falsch oder richtig angebrachtes Lob haben kann.

Auch der leider kürzlich verstorbene Jesper Juul griff dieses Thema in seinen Büchern immer wieder auf. Kinder wollen gesehen und beachtet werden. Sie brauchen liebevolle Zuwendung und Blickkontakt

Was sie nicht brauchen ist ein andauerndes: “Das hast Du ganz toll gemacht!”, “Du bist ganz toll die Rutsch herunter gerutscht!”, “Super! Du hast so ein schönes Bild gemalt!”. Wir bewerten das Kind permanent, was dazu führt, dass das Kind dieses Lob immer mehr einfordert. Bleibt es aus, ist es frustriert. 

Es entsteht eine Art “Sucht” nach der Bewertung durch die Eltern, die der eigenständigen individuellen Entwicklung des Kindes entgegensteht. Das Kind muss sich aber selbst kennenlernen und das kann es am besten, ohne den ständigen Bewertungsapparat der Eltern.

Du fragst jetzt bestimmt, was Du anstatt des Lobs machen sollst. Ersetzte zunächst alle: “Das hast Du gut gemacht”-Phrasen durch “Ich freue mich, dass Dir das so viel Spaß macht!” oder “Ich sehe Dich!”.

Es geht nicht darum, nur noch schweigend neben Deinem Kind zu sitzen. Es geht viel mehr darum, sich wertungsfrei mit dem Kind über dessen Erfolge zu freuen. 

Nehmen wir als Beispiel ein Baby, das gerade gelernt hat sich an einem Stuhl hochzuziehen. Das Baby ist nach wahrscheinlich zig Fehlversuchen glücklich und stolz auf seine Leistung. Es hat etwas vollbracht. Kann seine Umwelt nun endlich aus der Aufrichtung erkunden. Es zu loben ist hier nicht angebracht.

Dein Baby freut sich aus sich selbst heraus und möchte dies mit Dir teilen. Was es wahrscheinlich nicht möchte, ist, von Dir beurteilt zu werden, sondern, dass Du Dich mit ihm freust! “Oh, Du kannst stehen! Ich freue mich sehr für Dich! Das war bestimmt super anstrengend!” ist wertungsfrei und vermittelt echte Teilnahme und frei von jeglicher Manipulation.

Lob für Dinge, die ein Kind von selbst gerne macht ist kontraproduktiv. Da es irgendwann anfängt diese Dinge nur noch für das Lob zu machen. In späteren Jahren wissen Kinder oft nicht mehr, was sie nun wirklich gerne tun und was sie nur des Lobes und der Anerkennung wegen tun.

Die Eingangs erwähnten Strafen konditionieren das Kind in die andere Richtung. Kinder ändern ihr Verhalten aufgrund von Strafen aber nicht wegen einer besseren Einsicht ab, sondern nur aus Angst vor der Strafe. Aus meiner Sicht wird damit aber eindeutig das Ziel verfehlt.

Also, versuche Dein Kind weniger Loben, auch wenn das erstmal seltsam anmutet und ein bisschen Übung braucht, aber es lohnt sich langfristig!

Fazit

Wir haben von unseren Eltern, Großeltern und aus unserem Umfeld viele Erziehungsstile und Ratschläge mitbekommen, die nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik sind.

Viele von diesen gut gemeinten Ratschlägen oder Verhaltensweisen stammen noch aus Zeiten, in denen man Kinder eher zu kleinen Soldaten oder guten Arbeitern erziehen wollte, die nicht widersprechen, sondern folgen, zuverlässig Vaters Hof übernehmen oder das Land verteidigen sollten.

Aus dieser Perspektive gesehen, war es damals sicher sinnvoll keine charakterstarken Individualisten, sondern gute Arbeiter heranzuziehen.

Diese Zeiten gehören jedoch hoffentlich entgültig der Vergangenheit an genauso wie die dazugehörigen Erziehungsmethoden.

Im krassen Gegensatz erleben wir heute eine wahre Konsumwelle, die uns in jedem Bereich des Lebens überrollt. Dabei sind Eltern von kleinen Kindern besonders gefragte „Verbraucher“, da hier mit den Sorgen und Ängsten der Jungmütter und -Väter gespielt wird.

Unsere Babys interessiert der ganze Plastikkram und die Unmengen an Helferlein wie Schnuller und Co. herzlich wenig.

Kein noch so schön eingerichtetes Kinderzimmer kann die Liebe und Zuwendung durch die Mutter oder den Vater ersetzen.

Daher hoffe ich, dass ich Dir mit diesem Artikel ein paar neue Ideen und Denkanstöße geben konnte. Vertraue auf Dein Bauchgefühl und gehe Deine Elternschaft eher minimalistisch an, denn weniger ist mehr.

Hast Du eine andere Meinung oder weitere Anregungen? Dann lass es mich doch wissen unten in den Kommentaren!

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2 Kommentare zu “5 Dinge, die Dein Baby absolut nicht braucht!”

  1. hallo Nancy, dieser 5-Punkte Artikel gefällt mir sehr gut. Das hat mir als Oma auch noch mal die Augen geöffnet insbesondere, was das Loben betrifft. Ich wünsche mir, dass Du mit Deinem blog viele Eltern und auch Großeltern erreichst und damit die Welt der Babys und Kleinkinder etwas besser machst!

    1. Hallo liebe Angelika,
      Vielen Dank für Deinen schönen Kommentar! Ich freue mich, dass ich helfen konnte und ich bin überzeugt, dass Du eine tolle Oma bist 🙂
      Viele Grüße,
      Nancy

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