13 Tipps für Zero Waste mit Baby

NancyMama und Baby, Schwangerschaft, Zero Waste7 Kommentare

Baby in Stoffwindeln und Weidenkorb

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Tipps für Erstausstattungen und Must-Haves für Babys gibt es zuhauf. Alle wollen DIE Liste für den Grundbedarf eines Neugeborenes zur Hand haben.

Aber sind so viele Sachen wirklich notwendig?

Ich möchte das Thema heute aus dem Blickwinkel Zero Waste betrachten und dabei ein paar grundlegende Must-Haves in Frage stellen.

Müllvermeidung (Zero Waste oder Less Waste) ist ein Thema, das mit Blick auf unsere Zukunft immer brisanter wird. Im Speziellen mit Babys aber gar nicht so kompliziert und relativ einfach umsetzbar, wenn man sich damit beschäftigt.

Dabei geht es bei Zero Waste für Babys nicht darum perfekt zu sein und keinen Müll zu produzieren.

Es geht darum Müll so gut es geht zu reduzieren, minimalistisch an die ganze Sache heranzugehen, inne zu halten und sich wieder auf das Ursprüngliche zu besinnen.

Raus aus der Konsumspirale! 😉

Warum hat mein Kind Plastik an?

Für mich ist das Thema Baby und Zero Waste sehr emotional behaftet. Wann das angefangen hat, kann ich nicht mehr genau sagen. Irgendwann am Ende der Schwangerschaft mit meinem Sohn glaube ich. Besonders aber im Wochenbett

Ich erinnere mich noch sehr lebhaft daran, als ich direkt nach der Geburt, nachdem mein Baby eine Stunde auf mir gedöst und an der Brust genuckelt hat, abgeben musste. Das war nicht weiter schlimm, denn ich durfte endlich frühstücken nach dieser langen langen Nacht und wusste mein Kind in guten Händen

Aber als er wiederkam, gewogen, gemessen und untersucht, hatte er eine Windel an.

Ja, eine Windel. Eine Pampers.

Ich war erschrocken. Ok. Ich wusste eigentlich, dass das so läuft, Babys haben Windeln an, zumindest bei uns in Deutschland. Aber das an meinem eben geborenen, perfekten kleinen nackten Schatz zu sehen, verwirrte mich.

Das erste „Kleidungsstück“ in seinem ganzen Leben war eine Windel aus Plastik?

Zu dem Zeitpunkt wusste ich bereits einiges über Windelfrei und hatte auch von Erdöl und Paraffinen in Pampers Windel gelesen. Und genau zu diesem Zeitpunkt wuchs in mir der Wunsch, keine Wegwerfwindeln mehr zu verwenden.

Was hat das jetzt mit Zero Waste zu tun?

Ganz viel! Wegwerfwindeln aller Art, die nicht ökologisch abbaubar sind, produzieren riesige Müllberge, die man vermeiden könnte!

Wusstest Du das schon?

  • Die erste Einmalwindel stammt aus den 1950ern.
  • Ein Baby braucht durchschnittlich 5000 Wegwerfwindeln bzw. 1,5 Tonnen Windelmüll.
  • Eine Wegwerfwindel braucht 500 Jahre um zu verrotten.
Quelle: Nicola Schmidt „artgerecht – Das andere Baby Buch“ [1]

Aber bei den Windeln fängt es erst an. Gerade in der Baby-Industrie werden unter dem Deckmantel der Einfachheit, Praktikabilität und Hygiene immer neuere und tollere Wegwerfprodukte erfunden. Von Feuchttüchern über Schnuller bis hin zum Einmallätzchen.

Da mir beim Gedanken daran, wie die Unwissenheit und Unbedarftheit vieler gestresster Mütter ausgenutzt wird, schon fast wieder der Kragen platzt, habe ich mich entschieden diesen Artikel zu schreiben.

In diesem Artikel, will ich Dir zeigen, was Du alles gar nicht brauchst, was Dir aber von der ganzen Welt gerne eingeredet wird und welche Alternativen es für das ein oder andere Produkt gibt.

Ich will Dir helfen, den Müll rund um die Pflege, die Nahrung, das Spielen und das Leben mit Deinem Baby zu verringern und dabei Geld zu sparen.

Zum Schluss verrate ich Dir, was Du dabei sogar noch für Dich und Dein Baby gewinnen kannst

Viel Spaß beim Lesen

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1 Kleidung

Baby Kleidung für ein Mädchen

Bist Du auch vor oder während der Schwangerschaft durch die Babyabteilungen gewandert und fandest alles so winzig und niedlich?

Vor allem, wenn Du ein Mädchen erwartet hast, bist Du vielleicht voller Entzücken kaum an den rosa Schleifchen, Schühchen und Kleidchen vorbeigekommen.

Das ist ganz normal, da bei den meisten Frauen in Erwartung eines Babys der Nestbautrieb einsetzt.

… bei den meisten…. bei mir irgendwie gar nicht… ich glaube der Nestbautrieb war bei mir kaputt….

Da ich keinen Drang zum Kaufen von Babysachen hatte, hatte ich bis zur Geburt fast nur Sachen von meiner Schwägerin und meiner Schwester. Gebraucht, teilweise sogar schon aus dritter Hand. Ein kleiner Teil war auch neu, Geschenke von der Verwandtschaft.

Aber das Gute daran war: Secondhand-Kleidung ist, wie Du vielleicht schon weißt, gerade bei Babys und Kleinkindern eine super Wahl!

Dafür gibt es mindestens drei gute Gründe:

  1. Die Kleidung ist bereits mehrfach gewaschen und frei von den auswaschbaren Schadstoffen.
  2. Die Kleidung ist meist preiswert oder sogar kostenlos (z.B. von Verwandten)
  3. Gerade in den kleinen Größen gibt es eine große Auswahl sehr gut erhaltener Kleidung, da die kleinen noch nicht mobil sind und aus den Sachen sehr schnell herauswachsen. Die Kleidungsstücke sehen teilweise wie neu aus.

Darüber hinaus ist jede Kleidung, die nicht weggeworfen wird, sondern weiter verwendet wird, ein guter Schritt zu Zero Waste und für eine saubere Umwelt :).

Klar habe ich später auch neue Sachen dazu gekauft. Spätestens wenn die kleinen Laufen und auf den Knien rumrutschen, findet man einfach nicht mehr so viele gebrauchte Hosen in gutem Zustand, da der Verschleiß, gerade bei den Jungs, recht groß ist.

Es geht auch wie gesagt nie darum perfekt und dogmatisch zu sein, sondern sein Möglichstes zu tun. Für mich zählt jeder noch so kleine Schritt.

Was Du tun kannst

Secondhand-Kleidung lohnt sich für Babys in jedem Fall aufgrund der genannten Vorteile.

Tauschbörsen und Anbieter von Secondhand-Kinderkleidung gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Ich kaufe z.B. gern über eBay, meine Schwägerin schwört auf lokale Secondhand-Läden. Viele verwenden Mamikreisel zum Kleidungstausch.

Schau Dich doch mal um und wähle das aus, was für Dich passt.

2 Tragetuch oder Kinderwagen

Mutter mit Baby in Tragetuch
Mutter mit Baby in Tragetuch

Meine sinnloseste und teuerste Anschaffung war unser Kombikinderwagen

Mein Sohn ist jetzt 14 Monate alt. Den Kinderwagen hatte ich bis heute ganze 5 Mal in Gebrauch… das sind ca. 120 EUR pro Fahrt!

Ich habe mich damals während meiner Schwangerschaft endlos mit dem Thema Kinderwagen beschäftigt und den tollsten und schicksten Testsieger in der erschwinglichen Preisklasse rausgesucht. Nur um dann nach einigen Wochen festzustellen, dass ich mein Kind am liebsten ganz nah bei mir trage.

Die Tragehilfe und das Tragetuch waren ein Geschenk meiner Schwester. Das Tuch war gebraucht, die Trage (eine Manduca) neu. Beides für mich im Gegensatz zum Kinderwagen kostenlos.

Selbst neu, hätte die Trage im Vergleich zum Kinderwagen damals nur ca. 1/8 des Preises gekostet.

Ich bin nicht prinzipiell gegen Kinderwagen. Auch Kinderwagen haben sicher ihre Vorteile.

Mir fällt spontan jetzt zwar keiner ein … aber … ähm … hm … 😉

Dieser Fehlkauf hat mir gezeigt, dass man die Dinge auch manchmal einfach herankommen lassen muss. Hätte ich geduldig bis nach der Geburt mit der Anschaffung gewartet, hätte ich so einige Babysachen nicht gekauft

Generell reicht es beim Thema Erstausstattung für Babys aus, dass man größere Anschaffungen, wie Bett, Kinderwagen, Wiege, Wippe, etc. erst kauft, wenn das Kind schon da ist und man das Gefühl hat, man braucht es wirklich.

Hätte ich das nur vorher gewusst.

Zumindest Dir kann ich das jetzt vielleicht ersparen! 😉

Abgesehen von meiner Fehlinvestition, hat so ein Kinderwagen aus der Sicht der Nachhaltigkeit einige Nachteile. Wenn man neu kauft, wie ich, wurden Ressourcen verbraucht, die nicht nachhaltig und ökologisch erzeugt wurden. Im Schlimmsten Fall, wurde so ein Kinderwagen billig im Ausland produziert und landet irgendwann un-recycled auf dem Müll.

Ich werde meinen natürlich weitergeben bzw. verkaufen!

Kinderwagen bestehen neben verschiedenen Metallen oft zu einem großen Teil aus Plastik. Die Bezüge sind oft aus Kunststoff statt natürlicher Alternativen. Das Mikroplastik daraus landet dann irgendwann wieder in unserem Ökosystem.

Die Zero Waste Variante, die auch am nachhaltigsten ist, ist das einfache Tragetuch aus Naturmaterialien, wie Baumwolle.

Mit einem Tragetuch kommt man super über die ersten Monate, manchmal auch länger. Im Gegensatz dazu deckt ein Kinderwagen oft nur die ersten 6 Monate ab, je nach Größe. Danach ist ein Buggy oder Buggy-Aufsatz notwendig.

Das Tuch ist darüber hinaus nach der Tragezeit auch für andere Bereiche im Leben einsetzbar (Man könnte es z.B. Umnähen zu einem Stofftier oder als Hängematte verwenden), wenn man es nicht weitergibt oder verkauft

Bei den Tragehilfen muss man differenzieren. Tragen zum Binden, wie die HOPPEDIZ Mei Tai Tragehilfe oder die Bondolino Komforttrage aus Naturmaterialien wie Baumwolle oder Hanf sind wie Tragetücher sehr umweltfreundlich.

Bondolino Plus Regular schwarz-sand
Bondolino Plus Regular schwarz-sand

HOPPEDIZ Hop-Tye, Tragehilfe aus Tragetuchstoff
HOPPEDIZ Hop-Tye, Tragehilfe aus Tragetuchstoff

Meine Trage ist von der Marke Manduca und daher mit Plastikschnallen. Der Stoff ist jedoch aus Baumwolle und Hanf und daher unbedenklich. Die Plastikschnallen hingegen erzeugen leider Müll und haben daher wenig mit Zero Waste zu tun.

Dennoch liebe ich meine Manduca und benutze sie immernoch täglich! Danke Schwesterherz! 😘

Babytrage manduca First 2018
Babytrage manduca First 2018

Trotz kleiner Plastikteile ist Trage ökologisch gesehen immer einem Kinderwagen vorzuziehen, der um ein vielfaches größer ist und daher rein an Gewicht mehr künstliche Teile mit sich bringt.

Was Du tun kannst

Warte mit dem Kauf eines Kinderwagens, auch wenn der Nestbautrieb den Kauf unwiderstehlich werden lässt! Versuche es zunächst mit dem Tragen, wenn es keine körperlichen Einschränkungen Deinerseits gibt.

Das Tragen hat auch viele weitere Vorteile, wie Du z.B. hier nachlesen kannst: 10 Voraussetzungen für intelligentere Kinder.

3 Stillen statt Fläschchen

Dieser Punkt ist für Dich natürlich nur interessant, wenn Du auch stillen kannst. Da aber die meisten Mütter tatsächlich in der Lage sind zu stillen, gehe ich jetzt davon aus, dass auch Du das kannst! Tschakka! 😉

Im Hinblick auf Zero Waste ist Stillen natürlich ganz oben mit dabei. Nichts ist hier zusätzlich nötig, nichts muss dazu gekauft werden, nichts muss weggeworfen werden.

Kind dockt an, Milch fließt, Kind dockt ab. Fertig.

Muss oder will man aber die Flasche geben, sieht das anders aus. Du brauchst mindestens Fläschchen, Saugaufsatz und Ersatzmilch aus dem Supermarkt.

Wenn Du eigene Milch hast, entfällt die Ersatzmilch. Dann hast Du möglicherweise eine Milchpumpe und zusätzliche Fläschchen oder Behälter zum Einfrieren der Milch.

Die nachhaltigste Möglichkeit in diesem Fall ist es auf Glasflaschen zu setzen und auf plastikfreie Saugaufsätze aus Naturmaterialien.

Leider ist die Auswahl hier noch nicht all zu groß. Aber ein paar bekannte Marken habe ich Dir rausgesucht.

NUK First Choice Glas-Fläschchen mit Latex-Sauger
NUK – Flasche aus Glas
NUK First Choice+ Latex-Trinksauger, für ein natürliches Trinkgefühl, kiefergerechte Form
NUK – Sauger aus Latex
Philips Avent - Flasche aus Glas
Philips Avent – Flasche aus Glas

Milchpumpen kann man als Alternative zum Neukauf in der Apotheke oder beim Frauenarzt ausleihen oder gebraucht kaufen.

Die Milchersatznahrungsindustrie hat darüber hinaus einen bunten Blumenstrauß an weiteren Dingen, die Mama unbedingt braucht, damit das Baby wächst und gedeiht.

Du solltest immer aufmerksam und skeptisch sein und Dich fragen, ob man Dir gerade etwas einreden will und ob Du darauf verzichten kannst. Nicht alles, was “alle” haben und verwenden, muss auch wirklich für Dich passen.

Was Du tun kannst

Stillen ist die optimale Möglichkeit die Ernährung Deines Babys so minimalistisch wie möglich anzugehen.

Ich habe anfangs auch Wegwerfstilleinlagen benutzt, weil ich dachte, dass man das halt so macht, bis ich bemerkt habe, dass bei mir gar keine Milch ausläuft… Nobody ist perfekt!

Alternativ gibt es Einlagen aus Bambus oder aus anderen natürlichen Materialien zum Waschen und Wiederverwenden.

Zelina Bambus Stilleinlagen
Bambus Stilleinlagen der Marke Zelina

Auch mit Fläschchen und Co. kann man Zero Waste oder zumindest “Less Waste” leben indem man wachsam ist bei der Wahl der Materialien und nicht auf jeden neuen Trend bei Fläschchenwärmer, Flaschenreiniger, Saugaufsätzen aufspringt.

4 Stillkissen

Stillkissen sind tatsächlich eine schöne Sache.

Als Schwangere zum besseren Schlafen und als Begrenzung damit das Kind nicht aus dem Bett fällt.

Aber zum Stillen? Gibt es unter Euch wirklich Mütter, die ein Stillkissen zum Stillen benutzen? Lasst es mich wissen, unten in den Kommentaren!

Ich hatte auch zwei Stillkissen. Eins habe ich geschenkt bekommen und eins selbst gekauft. Zum Stillen habe ich beide nicht verwendet. Da reichte mir immer ein ganz normales Kissen auf dem Sofa. Schon allein deswegen, da das Stillkissen meist nicht da war, wo ich gerade stillte.

Ökologisch gesehen sind Stillkissen oft wegen ihrer Füllung bedenklich.

Ich habe Dir dazu eine Übersicht über die momentan gängigsten Materialien herausgesucht: https://www.still-kissen.net/fuellung/.

Die am meisten verwedeten Füllungen, Styropor und EPS-Kügelchen, sind nicht biologisch abbaubar. Da lohnt es sich genauer hinzuschauen und auf z.B. Getreide oder Baumwolle auszuweichen.

Aber auch der Bezug ist nicht immer ökologisch. Nicht alle Stillkissen haben einen Bezug aus Baumwolle, viele kommen mit Mikrofaser daher, was ebenfalls aus Plastik besteht. Beim Waschen gerät der Abrieb dann als Mikroplastik in unser Trinkwasser.

Bio Stillkissen mit Dinkelspelzfüllung

Bio Stillkissen mit Dinkelspelzfüllung

Mir ist natürlich bewusst, dass natürliche Alternativen oft nicht so komfortabel und einfach zu pflegen sind. Dafür weißt Du aber auf der anderes Seite nicht, was die ganzen künstlichen Stoffe langfristeig mit uns anstellen, da es dazu noch keine aussagekräftigen Langzeitstudien gibt.

Was Du tun kannst

Wie beim Kinderwagen auch hier mein Empfehlung: Warte mit dem Kauf eines Stillkissens bis nach der Geburt, falls Du es nicht als Schwangere benötigst.

Kommst Du gut mit Deinen vorhanden Kissen aus? Dann brauchst Du auch kein Stillkissen.

Ansonsten schau genau hin aus welchen Materialien das Kissen besteht. Gib Naturmaterialien eine Chance, diese sind abbaubar und belasten die Umwelt weniger.

5 Stoffwindeln

Stoffwindeln auf dem Wickeltisch
Stoffwindeln auf dem Wickeltisch

Also soviel sollte klar sein: Wegwerfwindeln (WWW) und Zero Waste schließen gegenseitig aus. 😉

Wem das noch nicht so bewusst war, dem sei gesagt, dass die erste produzierte Windel, noch immer auf irgendeinem Müllberg herumliegt und vergeblich auf ihre Zersetzung wartet, falls sie nicht verbrannt wurde.

Das ganze Windelthema ist eine Wissenschaft für sich und enthält Stoff für viele weitere Blogartikel. Und gerade bei “Stoff” sind wir auch schon richtig.

Als Alternative zu den normalen Wegwerfwindeln, empfehle ich die Verwendung von Stoffwindeln.

Es gibt natürlich auch Ökowindeln, aber ich persönlich sehe mehr Vorteile in Stoffwindeln, da auch jede einzelne Ökowindel produziert wird, nur um einmal verwendet zu werden und um danach im Müll zu landen.

Wegwerfprodukte, so umweltfreundlich sie auch zu sein scheinen, sind und bleiben immer Wegwerfprodukte.

Stoffwindeln gibt es heutzutage in vielen verschiedenen modernen und praktischen Varianten, die kaum Ähnlichkeit haben mit den einfachen Mullwindeln die noch von Mama oder Oma benutzt wurden.

Eine schöne und ausführliche Einführung in das Thema gibt es auf der Seite der Windelmanufaktur.

Wem das aber nicht reicht, der kann Stoffwindeln mit windelfrei (oder auch Elimination Communication) kombinieren. Eine gute Anleitung findest Du bei Geborgen Wachsen:

Quelle: Geborgen Gewachsen

Die absolut umweltfreundlichste Variante ist, komplett auf windelfrei umstellen. Für unsere Gesellschaft ist das zwar eine Herausforderung, aber es gibt Familien in Deutschland, die das erfolgreich praktizieren. Wenn Dich das interessiert, frag doch mal bei Dir vor Ort nach, ob es Windelfrei-Gruppen gibt.

Was Du tun kannst

Vor allem die Kombination Stoffwindeln und windelfrei, also das Achten auf die Signale des Babys und bei Bedarf über ein Gefäß abhalten, hat sich für mich am besten bewährt und spart Unmengen an Müll.

Man benötigt generell weniger Windeln, manchmal habe ich nur eine für die Nacht benötigt, und das große Geschäft geht sehr schnell gar nicht mehr in die Windel (mein Sohn hatte noch nie eine Kackplosion).

Weitere Pluspunkte sind die wachsende Kommunikation und Nähe zum Kind und das Ausbleiben von wunden, vollgeschissenen Popos!

6 Feuchttücher

Feuchttücher sind neben Windeln ebenfalls ein großer Müllerzeuger, der sich einfach vermeiden lässt.

Das A und O ist, das Kind dort zu wickeln, wo es Wasser gibt.

Für uns ist es ein Segen den Wickeltisch im Bad neben dem Waschbecken zu haben. Leider funktioniert das nicht für alle Eltern, daher lohnt es sich, immer eine Schüssel Wasser in der Nähe zu haben.

Feuchttücher lassen sich dann, zumindest zu Hause, super durch Waschlappen ersetzen.

Aber auch für unterwegs kann man Waschlappen mitnehmen. In den meisten Wickelbereichen gibt es Waschbecken und fließend Wasser.

Und sollte das einmal nicht der Fall sein, kann man Feuchttücher auch wunderbar selbst herstellen.

Was Du tun kannst

Feuchttücher sind einfach und bequem. Aber was bequem ist, ist meist weder nachhaltig noch gesund fürs Baby.

Wenn Du auf Müll verzichten willst und gleichzeitig wissen willst, was in Deinen Feuchttüchern enthalten ist, dann kannst Du diese ganz leicht selbst herstellen oder auf die guten alten Waschlappen zurückgreifen!

Babys Po wird es Dir danken! 😀

7 Wickelunterlagen

Etwas wo Du wunderbar einfach und ohne Umstände Müll komplett vermeiden kannst sind Wickelunterlagen.

Das erste Mal ist mir richtig bewusst geworden wie viel Müll die Wegwerfwickelunterlagen produzieren, als ich den PEKiP Kurs mit meinem Sohn besuchte.

Falls Dir der Begriff PEKiP nichts sagt: Bei PEKiP kommen Mütter mit ihren Babys zusammen und lassen diese komplett nakig herumkrabbeln (oder liegen, je nach Entwicklungsstand). Es geht hier darum, den Kindern durch die fehlende Kleidung und Windel die nötige Bewegungsfreiheit zu geben um ihren Körper und Ihre Motorik zu erfahren.

Da die Windel fehlt, die meisten Babys in Deutschland aber gewöhnt sind in Windeln auszuscheiden, kommt es immer wieder zu kleinen „Situationen“ ;). Daher verwendet man Wickelunterlagen auf denen die Kleinen sich aufhalten.

Die meisten Mütter bringen die normalen Wegwerfunterlagen mit und verwenden dann manchmal bis zu zwei dieser Unterlagen. Das war der Punkt über den ich mich etwas erschrocken hatte, denn leider war ich in dieser Gruppe die einzige mit wiederverwendbaren wasserundurchlässigen Unterlagen.

Dabei haben die Wegwerfunterlagen mehr Nachteile als Vorteile:

  • sie sind (in den meisten Fällen) nicht abbaubar
  • sie kosten Geld, wiederkehrend
  • man muss sie ständig nachkaufen
  • sie produzieren Müll

Die Alternative sind, wie beschrieben, wasserdichte Unterlagen, oft auch nur als Matratzenauflagen bezeichnet. Diese bestehen zumeist aus einem Großteil Naturmaterialien wie Baumwolle und sind ganz einfach in der Waschmaschine zu waschen.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • Mit BIO-Baumwolle erhältlich (schadstoffarme Oberfläche)
  • Wiederverwendbar
  • Langfristig günstiger
  • Später auch zum Trockenwerden in der Nacht als Matratzenunterlage wiederverwendbar
  • Für das nächste Kind auch noch nutzbar
  • In verschiedenen Größen und Preisklassen erhältlic
Windelmanufaktur Wickelunterlage aus Stoff, wasserdichte, waschbare, wiederverwendbare Wickelauflage - Made in Germany (Herbstwald)
Windelmanufaktur Wickelunterlage aus Stoff, wasserdichte, waschbare, wiederverwendbare Wickelauflage – Made in Germany (Herbstwald)
Grünspecht wasserdichte Betteinlage
Grünspecht wasserdichte Betteinlage

Im Laden um die Ecke findet man oftmals auch sehr preisgünstige Varianten

Was Du tun kannst

Verzichte auf Wegwerfunterlagen für die Wickelkomode oder für unterwegs. Es gibt mittlerweile gute Alternativen zu den Plastikunterlagen.

Zwar haben die meisten wiederverwendbaren Unterlagen immernoch einen PUL Kern, der die Nässe abhalten soll, aber Du kaufst diese im Gegensatz zu den Wegwerfdingern nur einmal und kannst sie lange verwenden.

Ich habe von meiner Schwester drei gebraucht bekommen und mir selbst noch zwei dazu gekauft. Damit komme ich super hin. Mehr als drei bis 5 Wickelunterlagen brauchst Du m.E. nicht.

8 Pflegeprodukte

Ähnlich wie die Feuchttücher, werden auch generell die Pflegeprodukte für Babys überbewertet. Auch hier gibt es ein riesiges Angebot an Cremes, Shampoos und Lotions. Oft sind die Produkte jedoch parfümiert und nicht immer schadstofffrei.

Selbst in Produkten für Babys, die eindeutig als unparfumiert ausgewiesen werden, sind oft Parfums enthalten, da ein gewisser Anteil erlaubt ist ohne gesonderte Kennzeichnung.

Aber seien wir mal ehrlich, was braucht ein Baby wirklich im ersten Jahr?

Mein Sohn ist jetzt 14 Monate alt und hat bisher nur Wasser, Kokosöl, ab und zu mal etwas Wollfett und Weleda Calendula kennen gelernt.

Gerade Kokosöl verwende ich sehr gerne. Hier muss man darauf achten, dass es nativ, kaltgepress und in BIO Qualität daher kommt.

Für meinen Sohn gebe ich gern einen Teelöffel ins Badewasser. Wichtig zu wissen ist, das Kokosöl alleine, die Haut eher austrocknet, daher sollte man es immer mit Wasser verwenden, das macht die Babyhaut super weich.

PureBIO Kokosöl - nativ und kaltgepresst
PureBIO Kokosöl – nativ und kaltgepresst

Bei Hebammen ist dies schon lange bekannt und sie raten meist dazu nur natürliche Öle (Olivenöl, Kokosöl) und Wasser zur Babypflege zu verwenden.

Hat Dein Kind sehr viele Haare und Du musst öfters Haare waschen?

Auch Shampoo kannst Du getrost weglassen. Das ist sogar schon bei den Erwachsenen angekommen und hat eine #nopoo und #wateronly Bewegung ausgelöst. Such doch mal nach den Begriffen bei Pinterest, Google oder Youtube!

Auch bei Shampoo reicht Wasser, da Kinder bis in die Pupertät noch eine reduzierte Talgproduktion haben. Danach kann ich aus eigener Erfahrung zu Naturprodukten wie Roggenmehl als Shampooersatz raten.

Was Du tun kannst

Meide Baby-Abteilungen in Supermärkten und vertraue auf Naturprodukte, die Babys Haut nicht angreifen, sondern den natürlichen PH Wert erhalten.

Die Vermeidung der herkömmlichen Produkte namhafter Hersteller hilft nicht nur der Umwelt sondern auch Deinem Baby, seiner Gesundheit und schont Deinen Geldbeutel.

9 Babybrei und Quetschies

Supermarktregal mit Baby Brei und Quetschies
Supermarktregal mit Baby Brei und Quetschies

Wenn ich doch einmal in der Babyabteilung eines Supermarktes unterwegs bin, was ich wirklich selten bin, fällt mir immer als erstes das lange Regal mit den Babybreichen auf.

Die Hersteller von Babybrei haben hier ganze Arbeit geleistet. Es ist bereits so fest in unser Bewusstsein eingeimpft, dass man nach 4 Monaten süße kleine Gläschen kauft und mit süßen kleinen Plastiklöffelchen Brei in die süßen kleinen Münder unserer noch nicht einmal sitzenden süßen kleinen Babys stopfen soll.

Ich bin sehr froh, dass viele Mütter beginnen umzudenken und dass Begriffe wie Baby Led Weaning auch bei den Hebammen keine Fremdwörter mehr sind.

Das, was Millionen von Jahren ganz normal war, wurde in wenigen Jahrzehnten über den Haufen geworfen. Babys mussten nun mit 4 Monaten abgestillt werden, damit sie die “bessere” Ersatzmilch und den “sättigenden” Babybrei zu sich nehmen durften.

Dass das mittlerweile wieder weniger gelehrt wird, freut mich sehr!

Wie Du weißt, ist das Stillen am Nachhaltigsten und produziert im Prinzip keinen Müll. Und was kommt nach dem Stillen?

Ganz einfach: Essen. Essen am Familientisch.

Klar gibt es immer wieder Fälle, wo Mutter und Kind eine speziellen Weg brauchen und es Probleme gibt. Aber die meisten Mütter können stillen bis das Kind bereit ist selbst zu Essen.

Und das ist selten vor dem 6. oft aber sogar erst ab dem 8. Monat. Und selbst wenn Du mit Beikost erst ab dem 10. Monat anfängt, ist das noch völlig in Ordnung.

Die Teilnahme am Familientisch stärkt darüber hinaus die Bindung zum Kind, da das Kind von Anfang an in das normale Familienleben eingebunden wird und nicht separat gefüttert werden muss.

Indem Du Dein Kind nicht fütterst, sondern es selbst Essen lässt, förderst Du damit die Selbstständigkeit und das Selbstwertgefühl Deines Kindes.

Was Du also nicht brauchst, sind Gläschen, Babykekse und vor allem keine Quetschies!

Quetschies sind weder ökologisch noch nachhaltig und ein Trend, der hoffentlich wieder abebbt. Obst ist frisch immer gesünder und schnell mit der Gabel zerdrückt ohne dass das Kind an einem Plastikstöpsel nuckeln muss.

Was Du tun kannst

Langes Stillen und Warten auf die wahre Beikostreife für Dein Kind lohnt sich doppelt.

Stillen stärkt das Immunsystem Deines Schatzes nachhaltig und der Verzicht auf Gläschen und Quetschies schont die Umwelt und reduziert Müll.

10 Schnuller

Hach, ein weiteres meiner Lieblingsthemen 😉

Neben Windeln, Brei und Fläschchen reiht sich der Schnuller als überschätztes Must-Have für Babys ein.

Auch hier hat sich das Bild des friedlich nuckelnden Babys mit Schnuller im Kinderwagen in unser Bewusstsein eingebrannt.

Dabei hat die Natur doch etwas wunderbares erfunden: Die Brust der Frau!

Die Brust hat gegenüber dem Schnuller den großen Vorteil, dass hier ein Dauernuckeln nicht möglich ist. Oder hast Du schon mal ein Kind gesehen, dass beim Spielen noch die Brust der Mutter im Mund hatte?

Ein Baby hat ein Saugbedürfnis, dass befriedigt werden will. Die Mutter kann das Nuckeln an der Brust jedoch nach Bedarf unterbinden oder zulassen, so erfährt das Kind, dass die Brust nicht dauerhaft zur Verfügung steht. Und das ist gut so.

Anders ist das beim Schnuller. Das Kind lernt, dass Dauernuckeln normal ist und ein Abgewöhnen wird immer schwierig. Wie mit den Windeln, wird dem Kind etwas angelernt, dass ihm dann wieder abgewöhnt werden muss.

Aber es geht hier ja um Zero Waste. Da Du bis hier hin gelesen hast, muss ich Dir nicht mehr erklären, dass ein Schnuller irgendwann auf dem Müll landet, und dort wahrscheinlich noch liegt, wenn Dein Baby schon selbst wieder Kinder hat.

Was Du tun kannst

Beschäftige Dich mit dem Stillen nach Bedarf und lies das Buch “Mein kompetentes Baby” von Nora Imlau. Dort wird genau auf das Thema eingegangen. Der Schnuller ist ein Fremdkörper im Mund des Babys und sollte dort so wenig Zeit wie möglich verbringen.

11 Spielzeug

Gerade im ersten Jahr ist das Thema Spielzeug ein guter Punkt an dem man minimalistisch herangehen kann, ohne dass das Kind wirklich etwas vermissen würde.

In diesem Alter ist dem Baby oder Kleinkind der Unterschied zwischen Spielzeug und Alltagsgegenständen noch nicht bewusst. Im Gegenteil, wie Du sicher schon bemerkt hast, spielen die Kleinen fast lieber mit Mamas Rührbesen und Kartoffelstampfer oder schleppen den halben Tag den Besen durch die Wohnung.

Daher bist Du keine schlechte Mutter, wenn Du Deinem Kind kein Spielzeug zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenkst! Ich bin mir sicher, Dein Schatz wird dies erstens, gar nicht mitbekommen, und zweitens, von Oma, Opa, Tante und Co. mit Geschenken überschüttet.

Wir haben zum ersten Geburtstag Geld in einen Kindersitz, einen Reboarder, investiert. Das war notwendiger als ein weiteres Spielzeug. Außerdem werden unsere Verwandten dazu angehalten wenig, nachhaltig und sinnvoll zu schenken

Wenn Du Spielzeug kaufst, solltest Du darauf achten, dass es aus nachwachsenden, recycelten oder recycelbaren Ressourcen besteht. Leider gibt es viel zu viel Spielzeug aus Plastik und Alternativen sind zugegebener Maßen meist teuer. Daher lohnt es sich doppelt genau zu überlegen, was Du kaufst.

Beliebt als Alternative zu Plastik ist natürlich Holz. Daher gab es von uns auch zu Weihnachten einen Lauflernwagen von EverEarth als einziges Geschenk.

Die Firma EverEarth beispielsweise verspricht sichere Spielsachen aus FSC zertifizierten Hölzern und pflanzt für jedes verkaufte Produkt einen Baum wenn man das Produkt auf der Webseite www.everearth.eu registriert.

Sicher, man rettet damit nicht die Welt, aber immernoch besser, als ein Lauflernwagen aus Plastik…. auch wenn unserer nicht hupen kann 😉

Was Du tun kannst

Bei Spielsachen ist meine Devise: Live with less – Weniger ist auf jeden Fall mehr.

Vor allem bei kleinen Kindern wird viel zu viel gekauft. Die kleinen Entdecker wollen vor allem das echte Leben erfahren und brauchen dazu Alltagsgegenstände, altersgerechte Bücher, Sachen zum Stapeln und Umwerfen und zum Malen und Klecksen.

12 Trinkflaschen

Eine kleine Odysee war unsere Suche nach einer nachhaltig produzierten Trinkflasche. Auch hier ist der Markt überschwemmt mit Plastikflaschen. Zwar sind fast alle BPA frei, aber das hilft maximal dem Baby, nicht der Umwelt.

Trinkflaschen gibt es aber alternativ auch aus Glas, Bambus und Edelstahl.

Alle drei Materialien haben ihre Vor- und Nachteile. Gemeinsam haben sie aber, dass sie die Umwelt weniger belasten als Plastik, da sie entweder biologisch abbaubar sind (Bambus) oder recyclebar (Glas und Metall).

Für kleine Kinder ist Bambus und Glas eher schwierig, aufgrund der Bruchgefahr. Daher haben wir zu Edelstahl geriffen.

Wir suchten eine Trinkflasche für meinen damals 11 Monate alten Sohn. Also keine für Milchmahlzeiten, sondern als normale Trinkflasche. Letzten Endes sind wir bei der Firma Pura gelandet und bisher sehr sehr zufrieden.

Pura Kiki Trinkflasche mit Strohhalm Aufsatz
Pura Kiki Trinkflasche mit Strohhalm Aufsatz

Gerade Pura bietet Flaschen in allen möglichen Größen und mit den verschiedensten Aufsätzen an. Alle Materialien sind schadstofffrei, plastikfrei, mineralölfrei und soweit ich das abschätzen kann, umweltfreundlich.

Vor allem sind die Flaschen absolut bruchfest und sehen auch noch schön aus! Ich spreche hier aus eigener Erfahrung und echter Begeisterung. Ich werde von Pura nicht gesponsert… leider. 😉

Was Du tun kannst

Der Markt an nachhaltigen Trinkflaschen ist leider nicht all zu groß im Vergleich zu herkömmlichen Trinkflaschen.

Spätestens bei den Saugaufsätzen müssen oft Abstriche gemacht werden. Dazu kommt, dass ich in lokalen Läden und Supermärkten kaum nachhaltig produzierte Trinkflaschen gefunden habe.

Daher empfehle ich auf jeden Fall online zu suchen. Die Alternativen sind zwar oft teurer aber dafür, z.B. bei Pura, mitwachsend und über Jahre verwendbar. Vergleichen lohnt sich hier langfristig.

13 Kindermöbel

Baby Stubenwagen aus Weide
Baby Stubenwagen aus Weide

Zum Abschluss verrate ich Dir meinen zweiten Fehlkauf: Das Beistellbett.

Der Kauf des Beistellbetts war zwar nicht ganz so sinnlos, wie der Kauf des Kinderwagens, aber auch hier hätte ich ordentlich Geld sparen können, z.B. am Nestchen, Himmel und der Himmelstange, die man natürlich immer extra kaufen muss.

Im Beistellbett hat mein Sohn maximal zwei Mal kurz geschlafen. Ansonsten dient es uns als Erweiterung des Familienbetts und Ablage von Büchern, Cremes, Medikamenten, uvm…

Ich habe ein schönes großes Beistellbett von 90cm Länge der Marke FabiMax gekauft, mit der Intention, dass mein Kleiner Spatz dort lange neben mir schlafen kann.

An dem Bett ansich ist auch nichts auszusetzen.

Es ist aus unlackiertem Holz, groß, stabil, bietet einen Haufen Schnick Schnack, den man dazu kaufen kann und hat kindersichere abgerundete Kanten. Nur leider schläft halt niemand drin.

Generell sind Kindermöbel, ob nun zum Schlafen oder zum Spielen etwas, auf das man meistens verzichten kann. Diese Möbel werden oft nicht lange benutzt und landen dann im schlimmsten Fall auf dem Müll.

Beim Schlafen empfehle ich Dir das Familienbett auszuprobieren. Entgegen der allgemeinen Meinung verziehst Du Dein Kind damit nicht.

Kinder müssen das Alleine-Schlafen nicht lernen, indem sie mit wenigen Monaten oder gar Wochen allein und isoliert in einem gesonderten Raum schlafen, während Mama und Papa sich im Nebenzimmer aneinanderkuscheln dürfen.

Wenn Du mehr über das Familienbett wissen willst und welche Vorteile und Mythen es in diesem Zusammenhang gibt, dann empfehle ich Dir diesen Artikel:

Quelle: Kindheit in Bewegung

Im Alltag, wenn es um Sitzgelegenheiten für Kinder, Kindertische usw. geht, würde ich auf gebrauchte Dinge zurückgreifen, wenn man nicht ganz darauf verzichten kann. Auch ein Kinderbett kann man günstig gebraucht kaufen. Lediglich die Matratze sollte aus hygienischen Gründen neu sein.

Was Du tun kannst

Spezielle Kindermöbeln sind oft nicht wirklich notwendig. Hier lässt sich viel Geld und Müll sparen. Wenn Du das Familienbett praktiziert sparst Du lange ein eigenes Bett fürs Kind und stärkt nebenbei die Bindung zum eigenen Nachwuchs

Mein Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten und viele Stellen an denen man beim Baby sparen kann, ohne dass das Kind irgendetwas vermissen würde. Im Gegenteil, wenn man sich auf die ursprünglichen Dinge besinnt, gewinnen Dein Baby und Du dadurch sogar viele positive Dinge dazu!

Dein Schatz gewinnt an Nähe, durch das Tragen, das Stillen und das Familienbett.

Es gewinnt an Zuwendung und Kommunikation durch windelfrei.

Es gewinnt an Gesundheit durch eine lange Stillzeit und den Verzicht auf industriell gefertigte Produkte, unnatürliche Pflegeprodukte und die Verwendung von Plastik.

Du gewinnst an Entspanntheit und Ruhe, dadurch dass Dein Baby geborgen bei Dir schläft und es durch das Stillen friedlich einschlafen kann.

Dein Rücken dankt es Dir dadurch, dass Du keinen Kinderwagen die Stufen hoch- und runtertragen musst.

Dein Geldbeutel dankt es Dir, dadurch, dass Du nicht die Babyartikel-Industrie fütterst.

Ich könnte hier ewig so weiter machen 🙂

Ich hoffe, Du konntest Dir aus diesem Blogartikel ein paar Ideen für Dich und Dein Baby mitnehmen.

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Quellen

[1] Schmidt, Nicola (2015): artgerecht – Das andere Baby Buch. 6. Auflage. Kösel-Verlag (Köln). ISBN: 978-3466346059 (Amazon Affiliate Link).

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7 Kommentare zu “13 Tipps für Zero Waste mit Baby”

  1. Ach wie schön! Eine „verrückte“ Mama. 😀 Ganz positiv! Ich habe beide Kinder mit Stoffwindeln gewickelt, Unterlagen sind Spucktücher und gewaschen werden sie mit Waschläppchen. Das mit dem Schnuller ist echt so ein Ding! Nummer 1 hat meine Brust blutig gebissen. Und er hat seinen Schnuller geliebt und ich auch. Nummer 2 war eine tolle Trinkerin und hat keinen Schnuller genommen. Manduca kann ich nur unterschreiben! Ich wünschte ich hätte ihn bei Nummer 1 schon gehabt!
    Viele Grüße, Izabella

  2. Hallo Izabella,
    vielen lieben Dank für Deinen herzerwärmenden Kommentar! 😊 Wenn man sich selbst als „normal“ betrachtet, kommen einem zwangsweise alle anderen als verrückt vor 😉
    Beim Schnuller stimme ich Dir zu, es gibt immer besondere Situationen, die spezielle Maßnahmen erfordern. Eine Wunde Brust gehört definitiv dazu! Aua!
    Ich freue mich, dass Du Deine Kinder mit Stoffwindeln und Trage groß bekommen hast und ich freue mich über Deinen schönen Blog! Ein eigener großer Bio-Garten mit viel Obst und Gemüse war auch immer schon ein Traum von mir. Vielleicht… Irgendwann…
    Liebe Grüße, Nancy

  3. Wow! Ich bin seit etwa 6 Monaten auf dem Zero Waste Trip. Mich ekelt Plastik irgendwie mittlerweile sogar an. Ich mag deinen Artikel und habe ihn grade meiner Mutter vorgelesen! Ich habe dabei erfahren, dass sie vieles so gemacht hat, wie ihre eigene Mutter es auch schon gemacht hat. Wenn Windeln, dann Stoff. Wenig Spielzeug stattdessen ein Konzert mit Töpfen und allem was so rumfliegt. Viel Tragen und lange Stillen. Ich bin grade zum ersten Mal schwanger und interessiere mich z.B. Für Stoffwindeln. Aber sonst war mir gar nicht so klar, wie ich auf das ein oder andere verzichten kann. Danke für die Denkanstöße. Meine Schwester hatte bei ihrem Sohn regelmäßig entzündete Brustwarzen vom Nuckeln des Kleinen. Wie macht ihr das? Wie hast du es unterbunden, ohne Geschrei vom Kleinen? Wohnt ihr auf einem Hof? Wir ziehen Anfang des Sommers kurz vor der Geburt von meinem Baby auf einen Hof um dort Obst und Gemüse selbst anzubauen und unterstützen hier Biobauern, wo wir unverpackt einkaufen können, bis wir es selber machen. Ich habe noch eine Frage: Weißt du wieviel Zeit du mehr benötigst als umweltunfreundlich? Mir sagen immerall: „Zero Waste? Dahabe ich aber keine Zeit für?“ Bis jetzt geht es eigentlich.
    Danke für den Blog, ich freue mich auf viele weitere Tipps.

    Hanna

    1. Hallo Hanna,
      vielen Dank für Deinen tollen Kommentar! Ich habe mich riesig gefreut, dass Dir mein Beitrag so gefallen hat! 😀
      Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner Schwangerschaft. Ich wünsche Dir eine entspannte und schöne Zeit mit Deinem Knirps im Bauch!
      Ja, wir haben in den letzten hundert Jahren vieles vergessen, was eigentlich gut für uns wäre. Neben den ganzen Neuerungen und wissenschaftlichen Errungenschaften, geht leider auch einiges an sinnvollen ursprünglichen Dingen verloren. Aber vieles kommt ja glücklicherweise wieder und ich hoffe sehr, dass immer mehr Menschen umdenken.
      Wegen der entzündeten Brustwarzen.. Ich hatte mit meinem Sohn immer viel Glück, was das Stillen angeht und bin daher etwas verwöhnt und habe fast nie wunde Brustwarzen. Aber vieles liegt wohl, aus dem was ich so gelesen und erfahren habe, wirklich oft auch am falschen Anlegen. Wenn die Brustwarze aber tatsächlich wund genuckelt wird, ohne falsches Anlegen, dann ist es ratsam das Kind, sobald es nicht mehr trinkt abzudocken. Beschwert es sich und will es wieder an die Brust, dann kann es wieder ran, sobald es nuckelt, abdocken. Das ist zumindest der Weg, der bei den Meisten auf Dauer fuktioniert.
      Aber wie ich schon im Kommentar zu Izabella gesagt habe, muss man manchmal doch auf ungeliebte Alternativen wie Schnuller zurückgreifen, wenn das eigene Wohl zu sehr leidet. Aber es gibt ja auch nachhaltige plastikfreie Schnuller-Varianten aus Kautschuk. Auch unsere Vorfahren hatten da so ihre Lösungen 😉
      Dass Ihr auf einen Hof zieht finde ich wirklich super! Das ist auch unser Traum. Noch wohnen wir in der Stadt, aber sobald wir etwas geeignetes finden, wollen wir auch wieder zurück aufs Land. Das ist unser großer Traum!
      Ein Zeitproblem habe ich mit Zero Waste überhaupt nicht. Im Gegenteil! Ich spare mir das Einkaufen von Windeln, Breigläschen, Quetschies und Co. und muss keine vollgeschissenen Bodys auswaschen 😉 Die Saugeinlagen von den Stoffwindeln landen in der normalen Wäsche, meistens die 60 Grad Wäsche. Da ich ja (Teilzeit-) windelfrei praktiziere habe ich da sehr wenig extra Wäsche und mein Sohn gibt jetzt mit 15 Monaten sogar schon manchmal recht deutlich an, dass er aufs Klo will.
      Ich würde es nie anders machen, und könnte es auch nicht schon allein aus meinem Gefühl heraus.

      Ich wünsche Dir noch viel Erfolg mit Zero Waste! Es gibt kein perfekt, jeder Schritt ist richtig!

      LG,
      Nancy

  4. Pingback: Die 9 häufigsten Tragefehler | Live With Less

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