Schwangerschaftsvergiftung – Alles was Du wissen musst.

NancyMama und Baby, Schwangerschaft2 Kommentare

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Meine liebe Schwägerin brachte Ihr drittes Kind durch einen geplanten Kaiserschnitt in der 28. Woche zur Welt.

Danach folgten nervenzerrende Wochen im Brutkasten, tägliches Milchabpumpen und nur stundenweise Besuche in der Frühchenstation der Geburtsklinik, die eine Stunde vom Wohnort entfernt lag.

Das alles passierte, weil die Schwangerschaftsvergiftung, die Gestose, meiner Schwägerin viel zu spät erkannt wurde.

Im Nachhinein hätte man sicher vieles anders machen können und vor allem die wichtige Zeit, die das Kind im Mutterleib verbrachte, verlängern können.

Wenn meine Schwägerin zurück denkt, ist sie sich sicher, dass sie schon bei ihren beiden ersten Kindern eine unerkannte Gestose hatte.

Das zweitjüngste Kind war einen Monat zu früh geboren, sehr klein und eine Sturzgeburt. Auch dort begleiteten meine Schwägerin Bluthochdruck, Wassereinlagerungen und extreme Müdigkeit.

Nur leider blieb die Diagnose aus.

Damit Dir das nicht passiert, Du die Symptome richtig deutest und Deine Frauenärztin konkret darauf ansprechen kannst, will ich Dir erklären, worum es bei einer Gestose geht.

Was sind die Symptome, Ursachen und wie kann man eine Gestose behandeln?

Meine Schwägerin bekommt nun ihr viertes Kind und ist mit dem Wissen um Ihre Krankheit um einiges besser vorbereitet auf ihre Schwangerschaft.

Jedoch gibt es, um es vorweg zu nehmen, auch heute noch keine sichere Therapie für eine Gestose außer die (frühzeitige) Geburt des Kindes, dennoch kann man mit verschiedenen Mitteln vorbeugen und den Verlauf abschwächen.

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Medizinischer Disclaimer: Ich bin kein Arzt, kein Psychologe und habe auch sonst keine medizinische Ausbildung, die mich dazu berechtigt Empfehlungen zu geben.

Die hier dargestellten Inhalte dienen daher ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung.

Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werdenn auch wenn ich viel Zeit in die Recherche und Ausarbeitung gesteckt habe.

1 Was ist eine Schwangerschaftsvergiftung?

Der Begriff Schwangerschaftsvergiftung ist eigentlich nicht korrekt, denn es handelt sich hierbei nicht um eine Vergiftung des Körpers durch das Kind wie früher angenommen.

Der korrekte Begriff „Gestose“ ist ein Oberbegriff ähnlich gearteter Krankheiten im Schwangerschaftsverlauf.

Der Begriff „Schwangerschaftsvergiftung“ hat sich jedoch eingebürgert und somit verwende ich ihn synonym zur korrekten Bezeichnung “Gestose”.

Gestose heißt so viel wie „gestörte Schwangerschaft“. Der Sammelbegriff dazu heißt heute „Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen„.

Die Gestose kann in Frühgestose und Spätgestose unterteilt werden.

  • Die Frühgestose bezieht sich auf die Erkrankung im ersten Trimester.
  • Von einer Spätgestose spricht man, bei Symptomen im dritten Trimester.
  • Das zweite Trimester ist im Allgemeinen nicht betroffen.

Weitere Begriffe, die Du vielleicht schon in Verbindung mit einer Schwangerschaft gehört hast, sind Präeklampsie, Eklampsie und das HELLP Syndrom.

Sie bezeichnen alle verschiedene Ausprägungen bzw. Symptome einer Gestose auf die ich im Folgenden eingehen möchte.

Die Frühgestose

Die Symptome der Frühgestose treten meist im zweiten bis vierten Schwangerschaftsmonat auf.

Die Schwangere erlebt starke Übelkeit und Erbrechen (Hyperemesis gravidarum) oft auch nachts oder bei leerem Magen.

Ein Abklingen ist oft erst ab der 14. Schwangerschaftswoche zu erwarten.

Ein normaler Schwangerschaftsverlauf mit leichter Übelkeit oder Erbrechen zwischen der dritten und zwölften Woche ist kein Grund zur Sorge. Sollte das Erbrechen jedoch nicht aufhören und es keine Linderung geben, kann das ein Zeichen für eine Frühgestose sein.

Die Pfropfgestose

Von einer Pfropfgestose spricht man, wenn Symptome einer Präeklampsie (siehe Kapitel Die Präeklampsie) bereits vor der Schwangerschaft vorhanden waren (z.B. Bluthochdruck, Wassereinlagerungen) und in der Schwangerschaft nun verstärkt auftreten.

Die Präeklampsie

Eine Präeklampsie wird diagnostiziert, wenn eine Schwangere im dritten Trimester Bluthochdruck, Ödeme und Eiweiß im Urin aufweist. (siehe Symptome)

Die Präeklampsie ist die eigentliche Spätgestose und tritt gewöhnlich erst nach der 20. Schwangerschaftswoche auf.

Sie stellt die stärkste Ausprägung der Gestose dar. Wenn man von einer Schwangerschaftsvergiftung spricht, ist meist die Präeklampsie gemeint.

Dieser Artikel beschäftigt sich daher hauptsächlich mit der Präeklampsie, also der Spätgestose.

Eklampsie

Eine Eklampsie tritt im Zusammenhang mit einer (oft unbehandelten) Präeklampsie auf.

Die Eklampsie sind Krampfanfälle, die, wenn sie nicht umgehend behandelt werden, tödlich enden können.

Symptome für eine Eklampsie können folgende sein:

  • Starke Kopfschmerzen
  • Flimmern vor den Augen
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Krampfanfälle

Eine Eklampsie ist ein Notfall und muss unverzüglich im Krankenhaus behandelt werden!

In den meisten Fällen wird die Schwangerschaft dann durch einen Kaiserschnitt beendet.

HELLP Syndrom

Die Abkürzung HELLP setzt sich aus den Abkürzungen der Hauptsymptome des Syndroms zusammen:

  • H Hämolysis = Blutzerfall
  • EL Elevated Liverenzymes = erhöhte Leberwerte
  • LP Low Platelet count = niedrige Thrombozytenzahlen (niedriger als 100.000 /ml)

Das HELLP Syndrom geht nicht immer aber häufig mit einer schweren Präeklampsie einher und resultiert aus einer geschwächten Leberfunktion.

Es kann aber auch plötzlich und ohne vorherige Symptome auftreten.

Neben den Symptomen der Präklampsie klagen die Betroffenen meist über Oberbauchschmerzen in der Lebergegend (oft ausstrahlend) manchmal begleitet durch Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.

Anhand der Laborwerte (Leber, Thrombosytenzahl) und der Analyse des Fötus (klein, veränderte Herztätigkeit) kann das HELLP-Syndrom diagnostiziert werden.

Interessant ist, dass das HELLP-Syndrom auch noch einige Tage nach der Geburt des Kindes verlaufen kann, wohingegen eine Präeklampsie meist kurz nach der Geburt des Kindes abklingt.

2 Was sind die Symptome einer Schwangerschaftsvergiftung?

Die drei Hauptsymptome einer Präeklampsie sind folgende:

1) Bluthochdruck (mehr als 140 zu 90 mmHg)

2) Eiweißausscheidung über den Urin (Proteinurie)

3) Wasseransammlungen (Ödeme) im Gewebe, dadurch Schwellungen an Gesicht, Händen und Füßen

Darüber hinaus können folgende weiteren Begleiterscheinungen hinzukommen:

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Benommenheit
  • Sehstörungen (Augenflimmern)
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Hyperreflexie (gesteigerte Reflexe)
  • Erhöhte Leberwerte

Starke Kopfschmerzen und Augenflimmern können ein Anzeichen für eine Eklampsie sein und müssen unbedingt abgeklärt werden. Hohe Leberwerte weisen auf das HELLP-Syndrom hin.

3 Wer ist von Schwangerschaftsvergiftungen betroffen?

Von einer Schwangerschaftsvergiftung sind durchschnittlich 3 – 7% aller Schwangerschaften betroffen.

Der genaue Grund für eine Gestose und warum manche Frauen betroffen sind und andere nicht, ist noch immer nicht genau geklärt.

Die Ursachen werden daher in den Gemeinsamkeiten der Betroffenen gesucht (siehe Ursachen).

4 Wie gefährlich ist eine Schwangerschaftsvergiftung?

Ich will hier natürlich keine Ängste schüren, aber man muss den Fakten einfach ins Gesicht blicken:

Eine Gestose kann eine Gefahr für die Mutter und das Kind bedeuten. Vor allem eine Präeklampsie muss behandelt und beobachtet werden, da sie in eine Eklampsie resultieren kann.

Diese Krampfanfälle enden in der Regel tödlich, wenn sie nicht behandelt werden.Tatsächlich sind 20-25% aller geburtlichen Todesfälle auf eine Präeklampsie zurückzuführen.

Laut der “Leitlinie: Diagnostik und Therapie hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen” sind jedoch 90 % dieser Fälle in Europa vermeidbar. Und genau darum soll es hier in diesem Blog Artikel gehen.

Etwas Off Topic: Falls Du die Serie Downton Abbey kennst, dort stirbt die junge Sybil bei der Geburt ihres Kindes an einer zu spät erkannten Eklampsie.

Beruhigend ist, dass eine Eklampsie heute immer seltener vorkommt, weniger als 1 x bei ca. 2.500 – 3000 Schwangerschaften.

Es gibt natürlich wie bereits erwähnt verschiedene Schweregrade der Gestose. In jedem Fall sollte man seine Symptome genau prüfen und bei Verdacht die Frauenärztin konsolidieren.

Bei einer leichten Gestose reicht oft schon Bettruhe. Bei einer schweren Präeklampsie kann oft nur durch die Einleitung der Geburt schlimmeres verhindert werden.

5 Was sind die Ursachen einer Schwangerschaftsvergiftung?

Wie bereits erwähnt, sind die genauen Ursachen noch unbekannt, aber es stellt sich heraus, dass Frauen eher betroffen sind, die eine Kombination einiger der folgenden Eigenschaften mitbringen:

  • Zum ersten Mal schwanger
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Bereits bei einer früheren Schwangerschaft eine Präeklampsie hatten
  • Verwandte haben, die bereits eine Präeklampsie hatten
  • Unter Adipositas (Fettleibigkeit) leiden
  • Unter Diabetes leiden
  • Bereits einen hohen Blutdruck oder eine Blutgefäßerkrankung haben
  • Unter einer Blutgerinnungsstörung leiden
  • Unter 17 Jahre oder über 35 Jahre alt sind
  • Krankheiten der Nieren und des Gefäßsystems aufweisen
  • An Magnesiummangel leiden

Es wird mittlerweile angenommen, dass die genannten Hauptsymptome der Gestose (Ödeme, hoher Blutdruck, Eiweiß im Urin) vor allem auf einen akuten Nährstoffmangel zurückgehen.

Dies kann auch genetisch bedingt sein, was die oft vorhandene familiäre Häufigkeit der Gestose erklärt.

Die Wissenschaft macht in der Ursachenforschung Fortschritte, leider fehlt noch immer der Durchbruch.

6 Wie verläuft eine Schwangerschaftsvergiftung?

Eine Gestose kann bei schwangeren Frauen sehr unterschiedlich verlaufen. Welche Symptome zuerst auftreten ist nicht immer gleich und auch der Zeitpunkt der ersten Symptome ist höchst unterschiedlich.

Schwangere Frau mit Kopfschmerzen
Starke Kopfschmerzen können ein Symptom für einen Gestose sein

Bei einer Präeklampsie können erste Symptome schon um die 20. Schwangerschaftswoche auftreten.

Wenn Du vorbelastet bist, können Bluthochdruck und Kopfschmerzen aber auch schon mit Beginn der Schwangerschaft auftreten.

Eine leichte Präeklampsie kann aber auch erst in der 34. Woche oder später mit nur geringen Symptomen auftreten.

Auch ein Auftreten NACH der Geburt wurde schon berichtet. In diesem Fall steigen bei der Betroffenen z.B. die Wassereinlagerungen nach der Geburt noch einmal an.

Je zeitiger eine Präeklampsie in der Schwangerschaft auftritt, desto schwerer ist in der Regel der Verlauf.

Eine Präeklampsie verschlechtert im Allgemeinen den Gesundheitszustand der Schwangeren mit Fortschreiten der Schwangerschaft und wirkt sich nach und nach auch auf das Ungeborene aus.

Bei einer schweren Präeklampsie kann es daher zu Wachstumsstörungen des Kindes und fast immer auch zu Frühgeburten kommen.

Die ungeborenen Kinder sind oft unterversorgt was auch nicht selten einen geplanten Geburtsabbruch nnotwendig macht.

Eine schwere Präeklampsie sind eine Gefahr für Mutter und Kind. Daher sind nach der Diagnose engmaschige medizinische Kontrollen, meist stationär, der Mutter (Blutdruck, Urin) und des Kindes (Doppler, CTG) notwendig.

In den meisten Fällen klingen alle Beschwerden der Mutter nach der Geburt ab.

Eine weitere Beobachtung ein bis zwei Tage nach der Geburt ist dennoch ratsam. Ebenso ein Aufklärungsgespräch und ggf. die Vermittlung von Hilfsgruppen wie die Gestose-Frauen (siehe unten)

7 Wie wird eine Schwangerschaftsvergiftung behandelt?

Wird der Verdacht auf eine Gestose festgestellt, so sind, vor allem bei der Präeklampsie, engmaschige Kontrollen des Blutdrucks und des Urins der Schwangeren notwendig.

Übersteigt der Bluthochdruck den Wert 150/100 mmHg, so wird die Schwangere meist stationär in ein Krankenhaus zur weiteren Überwachung und Behandlung eingeliefert.

Schwangere Frau beim Blutdruckmessen
Bei Gestose Patienten wird der Blutdruck engmaschig kontrolliert

Fast immer kann eine Schwangerschaftsvergiftung durch die Geburt, meist eingeleitet oder per Kaiserschnitt, beendet werden. Die Symptome der Präeklampsie verschwinden dann innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen.

Zumeist werden vom Arzt oder der Ärztin blutdrucksenkende Mittel verabreicht. Diese Medikamentengabe ist leider oft das einzige, was die Erkrankte bekommt.

Bei allen Erkrankungen, die mit Bluthochdruck einhergehen ist es meines Erachtens wichtig zu ergründen, was die Ursachen des Bluthochdrucks sind. Bei der Gestose kann dies z.B. durch die erhöhten Wassereinlagerungen begünstigt werden.

Da oft gerade übergewichtige Frauen betroffen sind, kommt hinzu, dass diese nicht selten schon mit erhöhtem Blutdruck in die Schwangerschaft gehen.

Daher muss auch hier der Körper ganzheitlich betrachtet werden.

Eine reine Symptombehandlung kann sich sogar negativ auf die Versorgung des ungeborenen Kindes auswirken.

Da sich die viele Frauenärzte oft nicht wirklich gut mit der Erkrankung auskennen, werden meist nicht alle Möglichkeiten der Behandlung und vor allem der Vorbeugung ausgereizt.

Viel zu spät wird oft reagiert und meist wird mehr überwacht als behandelt. In vielen Fällen wird die Schwangerschaft zeitig beendet (Kaiserschnitt) und somit die Krankheit unterbrochen.

Nach der Geburt erfolgt die Gabe von Magnesiumsulfat um einer Eklampsie vorzubeugen.

Daher ist es ratsam bei Verdacht oder Diagnose einen Gestose Experten aufzusuchen. Weiteres siehe Kapitel Gestose Frauen.

Je früher eine Gestose erkannt wird, desto eher kann man den Verlauf beeinflussen und auch einer schwereren Entwicklung vorbeugen (siehe Vorbeugen).

8 Wie kann ich einer Schwangerschaftsvergiftung vorbeugen?

Wenn Dir bereits bekannt ist, dass Du ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie hast, weil Du z.B. schon in Deiner letzten Schwangerschaft entsprechende Symptome gezeigt hast, dann ist das A und O vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.

Ernährung

Empfohlen wird z.B. eine Ernährungsumstellung nach einem speziellen Ernährungsplan, der auf eine zuckerfreie, salz-, eiweiß- und nährstoffreiche Versorgung der Schwangeren ausgelegt ist.

Gesunde Ernährung
Viel Obst und Genmüse, Kartoffeln und Salz und Eiweiß

Je zeitiger man damit beginnt, desto besser ist die Chance eine Präeklampsie nach hinten (z.B. > 37. SSW) zu verschieben oder generell abzuschwächen.

Da der Verdacht besteht, dass betroffene Frauen Nährstoffe evtl. nicht so gut aufnehmen können, ist es ratsam besonders, wie auch bei “normalen” Schwangeren, auf den erhöhten Bedarf der verschiedener Nährstoffe zu achten.

Für die Vorbeugung einer Gestose, sind folgende Nährstoffe besonders wichtig:

  • Vitamin D3 zusammen mit K2
(Werbung) Vitamin D3 nimmt man am Besten in Tropfenform zu sich. Es gibt Kombipreparate, wie das von Nature Love, das bereits die korrekte Dosierung von K2 enthält. Erhältlich bei Amazon.
  • B-Vitamine (vor allem B12, B6)
(Werbung) Vitamin B12 gibt es auch in Tropfenform, dann aber meist mit einer Alkoholart, daher sind für Schwangere eher die Tabletten zu empfehlen. Die von vitamaze habe ich auch in meiner Schwangerschaft genommen. Erhältlich bei Amazon.

(Werbung) Alternativ kann man auch zu einem Vitamin B Komplex greifen, dort hat man alle wichtigen B-Vitamine hochdosiert in einer Tablette. Z.B. von Nature Love bei Amazon erhältlich.
  • ganz besonders Magnesium
(Werbung) Besonders wichtig bei einer Präeklampsie ist die Vermeidung von Krampfanfällen. Dies wird durch die Zufuhr von Magnesium erreicht. Außerdem hilft Magnesium bei der Verwertung des Vitamin D3. Also doppelt wichtig. Das Magnesium von Nature Love gibt es in Kapselform und ist bei Amazon erhältlich.

Hatte man bereits eine Schwangerschaftsvergiftung in einer früheren Schwangerschaft, so wird empfohlen schon mit dem nächsten Kinderwunsch mit einer Ernährungsumstellung und der Supplementierung von Nahrungsergänzungsmitteln zu beginnen.

Meine Schwägerin z.B. bekam einen Ernährungsplan von den “Gestose Frauen”. Dieser basiert auf viel Salz und Eiweiß durch Milchprodukte (für mich als veganer eher nicht so doll, aber es gibt ja auch pflanzliches Eiweiß) und viel Obst und Gemüse.

Warum gerade Salz und Eiweiß so wichtig sind, erfährst Du im nächsten Kapitel.

Acetylsalicylsäure

Bei Risikofrauen gibt es darüber hinaus die Möglichkeit einer Präeklampsie mit einer Acetylsalicylsäure-Therapie vorzubeugen. Hierbei wird täglich in geringen Dosen (75-150 mg/Tag) Acetylsalicylsäure (ASS) verabreicht.

Die Behandlung muss vor der 16. SSW beginnen und kann bis zur Woche 34+0 andauern. Die aktuelle Forschung empfiehlt die Einnahme von 150 mg ASS am Abend.

Diese Therapie senkt signifikant das Risiko, dass die Präeklampsie vor der 37. Schwangerschaftswoche beginnt. Über die positive Wirksamkeit gibt es mittlerweile auch Studien, wie Du hier nachlesen kannst.

Da die Forschung in diesem Feld noch recht jung ist, wird es in den nächsten Jahren sicher weitere Erkenntnisse und Anpassungen dieser Empfehlungen geben.

Falls Du betroffen bist, sprich mit Deinem Arzt und lass Dich von den Gestose-Frauen beraten.

Heparin

Eine weitere Möglichkeit die Entwicklung der Gestose abzuschwächen ist die zusätzliche Gabe von Heparin ab der 20. Schwangerschaftswoche.

Heparin muss vom Facharzt verschrieben werden und kann in Spritzenform verabreicht werden.

Sowohl ASS als auch Heparin wirken blutverdünned. Heparin dient der Verhinderung der Blutgerinnung. Durch beide Medikamente sinkt in Folge der Blutdruck und das Krankheitsbild wird in den meisten Fällen abgeschwächt.

Nach aktuellem Stand sind die drei beschriebenen Mittel (Ernährung, ASS und Heparin) die einzigen bekannten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Präeklampsie.

Ein Medikament dass eine schwere Gestose zu 100% verhindert, ist leider noch nicht bekannt.

In jedem Fall soll sich eine betroffene Schwangere viel Ruhe gönnen. Vor allem Stress kann sich negativ auf eine Gestose auswirken. Viel Bettruhe und Entspannung ist daher anzuraten.

9 Warum soll man viel Salz und Eiweiß bei Gestose zu sich nehmen?

Ein Ernährungsplan mit viel Salz ist für einen “normalen” Menschen eher ungewöhnlich und widerspricht den gängigen Empfehlungen.

Das war auch der Grund, warum in der Vergangenheit Schwangeren und Gestose Patienten eine salzarme Ernährung (noch schlimmer: Zusammen mit Entwässerung und Diäten) ans Herz gelegt wurde.

Ein Holzlöffel mit Salz
Salz spielt bei einer Gestose eine wichtige Rolle

Wie wir heute wissen leider genau die falsche Empfehlung, wie Du hier nachlesen kannst.

Für die Schwangerschaft und vor allem für den Fall einer Schwangerschaftsvergiftung ist Salz sogar besonders wichtig, da der Körper in diesem Fall häufig viel Wasser ansammelt und einlagert und dazu einen generell höheren Nährstoffverbrauch hat, da er zwei Kreisläufe bedienen muss.

Wichtig zu wissen ist, dass Salz Wasser bindet. Das bedeutet, wenn im Körper mehr Wasser vorhanden ist, wird auch mehr Salz (und auch Eiweiß) gebunden, das damit für den Organismus nicht mehr zur Verfügung steht.

Eine Erhöhung der Zufuhr dieser Stoffe ist daher nötig um Mutter und Kind weiterhin ausreichend zu versorgen.

Die Sache mit dem Salz und dem Wasser kennst Du bestimmt noch aus dem Chemie- oder Biologieunterricht:

A) Ist mehr Salz im Gewebe als in den Gefäßen (Blutbahn), wird das Wasser gebunden und im Gewebe eingelagert = Ödeme entstehen.

B) Ist mehr Salz in den Gefäßen, also der Blutbahn, wird auch das Wasser aus dem Gewebe gezogen und in die Gefäße abgegeben = Ödeme werden weniger.

C) Die Nieren leiten das überflüssige Wasser dann über die Harnwege nach außen ab.

Kein Zufall ist es daher, dass Frauen mit Gestose nicht selten auch ein Nierenleiden und Gefäßerkrankungen aufweisen, die den Salz-Wasserhaushalt und den Abtransport von Wasser stören.

Interessant hierbei ist auch, dass ein Eiweißmangel widerum oft eine Ursache für Wassereinlagerungen (Ödeme) ist und erhöhte Wassereinlagerungen wiederum Ursache für den Mangel an Nährstoffen und Mineralien (und Salz und Eiweiß) ist.

Durch die Ödeme erhöht sich die Elastizität der Gefäßwände, was wiederum dazu führt, dass noch mehr Eiweiß den Körper verlässt. Ein Teufelskreis.

Wie schon in den vorangegangenen Kapiteln, wird deutlich, dass es wichtig ist, den Körper ganzheitlich zu betrachten und nicht nur Symptome zu behandeln.

Der Eiweißgrundbedarf beträgt übrigens 70 Gramm pro Tag. Pro Kind werden 20-30 Gramm zusätzlich benötigt. Eine ganze Menge.

Der zusätzliche Bedarf an Salz bei einer Gestose wird je nach Körpergewicht gesteigert. Hier eine Übersicht von der Seite hebamme4u.net:

  • Frauen bis 75 kg nehmen täglich 4 – 6 Gramm reines Salz (ohne Jod und Fluor) sowie 2 – 4 Gramm Kaisernatron zu sich (entspricht in etwa einem gehäuften Teelöffel).
  • Bis 85 kg täglich 8 – 12 Gramm reines Salz sowie 4 – 8 Gramm Kaisernatron (entspricht in etwa zwei gehäuften Teelöffeln)
  • Ab 85 kg täglich 12 – 18 Gramm Salz sowie 6 – 12 Gramm Kaisernatron (entspricht in etwa drei gehäuften Teelöffeln).

Es wurde in einer medizinischen Untersuchung nachgewiesen, dass auch Schwangere ohne Gestose einen gesteigerten Salzbedarf haben und, dass das Salz den Blutdruck in der Schwangerschaft senken kann.

Wenn Du die oben genannten Empfehlungen an Salzzufuhr bei einer Präeklampsie von 1 bis 2 Teelöffel nicht schaffst, kannst Du auch auf Salztabletten zurückgreifen. Diese lassen sich einfacher einnehmen.

Sprich die zusätzliche Aufnahme von Salz in der Schwangerschaft in jedem Fall mit Deiner Ärztin ab.

10 Was sind die Folgen einer Schwangerschaftsvergiftung?

Akute Folgen

Die unmittelbaren Folgen einer (vor allem unbehandelte / unerkannten) Gestose für die Mutter können unter anderem folgende sein:

  • Hoher Blutdruck
  • Nieren- und vor allem Leberschäden
  • Störungen der Blutgerinnung
  • Im Extremfall Leberversagen
  • Krampfanfälle

Die unmittelbaren Folgen für das Kind lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Durchblutungsstörungen des Mutterkuchens
  • Minderversorgung mit geringerem Wachstum
  • Im Extremfall Tod des Kindes

Langzeitfolgen

Je nach Schweregrad der Gestose und den betroffenen Organen, kann es zur Beeinträchtigung oder einer bleibenden Schädigung der Organe kommen.

Es ist aber teilweise nicht geklärt, ob die Beeinträchtigung die Folge der Gestose ist, oder ob sie bereits vor der Erkrankung bestand, die die Gestose auslöst. Die Forschung ist hier noch nicht weit genug.

Es ist ein bisschen ein Henne-Ei-Problem.

Im Forum der Gestose-Frauen klagen manche Frauen auch Monate nach der Entbindung noch über Wassereinlagerungen oder Schmerzen. Falls Du das bei Dir auch beobachtest, solltest Du in jeden Fall ein Arzt hinzuziehen.

Es besteht der Verdacht, dass Betroffene Frauen bestimmte Nährstoffe nicht so gut aufnehmen können wie “normale” Frauen und dadurch eine Gestose erst entstehen kann.

Daher solltest Du Dich auch nach der Gestose einmal auf bestimmte Nährstoffe wie Magnesium, Calcium, Vitamin D und die B-Vitamine checken lassen.

Eine weitere Spätfolge ist das erhöhte Risiko wieder eine Schwangerschaftsvergiftungen bei einer folgenden Schwangerschaft zu bekommen.

Meine Schwägerin machte die Erfahrung, dass die Präeklampsie jedes Mal etwas stärker auftrat.

Noch weiter gedacht, haben auch die Kinder von Gestose-Frauen ein erhöhtes Risiko selbst eine Präklampsie zu entwickeln. Mit diesem Wissen kann die Tochter einer Gestose-Mutter einen Frühtest vornehmen und zeitig mit der Vorbeugung beginnen.

11 Wer sind die “Gestose Frauen”?

Ein wichtiger Punkt kommt zum Schluss. Es gibt die “Arbeitsgemeinschaft Gestose-Betroffene e.V.”, die sich intensiv mit der Thematik der Spätgestose (Präeklampsie) und dem HELLP Syndrom auseinander setzten.

Wurde bei Dir eine Präeklampsie festgestellt, so sollte Dein zweiter Weg, nach dem Gang zum Arzt, der Anruf bei den Gestose-Frauen sein.

Gerade in der Vorbeugung können Dich die erfahrenen Mitarbeiterinnen gut beraten und Dir einen Ernährungsplan und mögliche Behandlungen vorschlagen, die Du dann zusammen mit Deinem Arzt in Angriff nehmen kannst.

Auch kann ich Dir das Forum der Gestose-Frauen empfehlen. Dort herrscht ein reger Austausch von betroffenen Frauen, die Dir auch gern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Fazit

Wenn Du bis hier hin gelesen hast, ist Dir sicher klar, dass das Thema Gestose sehr komplex ist. Die Behandlung und Therapie steckt leider trotz zahlreicher Fälle immernoch in den Kinderschuhen.

Falls Du betroffen bist, kannst Du aber, im Gegensatz zu den Frauen der letzten Jahrhunderte, schon einiges zur Vorbeugung unternehmen, was sich erst „vor kurzem“ herausgestellt hat.

Das Wichtigste bei einer Gestose ist die Früherkennung, die Kenntnis der Symptome und das Wissen um die möglichen Vorbeugemaßnahmen. Dann steht einer Geburt nach der 37. Schwangerschaftswoche nichts mehr im Wege 😉

Denn das Ziel ist es, die Geburt so weit wie möglich nach hinten zu schieben, um dem Kind die wichtige Zeit im Mutterleib zu verlängern.

Ich hoffe sehr, ich konnte Dir einige wichtige Fakten zum Thema Schwangerschaftsvergiftung vermitteln und Dir auch ein paar neue Informationen mitgeben, die Dir helfen, eine schöne Schwangerschaft zu verbringen.

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2 Kommentare zu “Schwangerschaftsvergiftung – Alles was Du wissen musst.”

  1. Hallo Nancy, die Informationen in diesem Blog sind wirklich sehr interessant, super recherchiert! Ich bin sicher, dass Du damit einigen Betroffenen helfen konntest.

    1. Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Ich hoffe auch sehr, dass ich vielen Menschen mit meinem Blog helfen kann.

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